Bei den Kirchners in Argentinien hat es unter tragischen Umständen geklappt (Christina wurde Präsidentin, nachdem ihr Mann Néstor einem Herzinfarkt erlegen war). Die Clintons in Amerika haben es versucht, Hillary ist aber bei den Präsidentschaftswahlen 2016 und an Jungpolitiker Donald Trump gescheitert. Nun nehmen also die Straches in Österreich einen Anlauf – nachdem Heinz-Christian (vorläufig?) alle politischen Ämter niedergelegt hat, wird Gattin Philippa für den Nationalrat an wählbarer Stelle der FP-Liste kandidieren.

Politische Familien in Österreich

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass es Familien gibt, bei denen das Politik-Gen dominant ist - wir können es auch nicht verhindern (noch nicht). Und es gibt vor allem auf Landesebene sehr gelungene Fallbeispiele (Haslauer, Krainer, Wallnöfer/van Staa). Das Ehepaar Fröhlich/Fröhlich-Sandner brachte sogar – eine Zeitlang - das Kunststück zusammen, eine beachtliche politische Karriere für unterschiedliche Parteien hinzulegen. Trotzdem fragt sich der Wähler in solchen Fällen immer, ob sich Potential für erfolgreiche Politiker auf bestimmte Familien beschränken muss. In unserer schönen Verfassung steht auf alle Fälle nichts dergleichen.

Tierschutz – ein in der Politik vernachlässigtes Thema

Noch etwas sollte man nicht außer Acht lassen - böse Zeitungen schreiben, dass im Falle der Straches der (mehr oder weniger wahrscheinliche) Verzicht von Heinz-Christian auf das EU-Mandat eine Rolle spielen soll. Nichtsdestotrotz muss man - wie das Fabian Schmid im STANDARD fordert - Philippa Strache eine Chance geben. Sie ist alles andere als eine Quereinsteigerin und sie macht sich ein in der Politik sträflich vernachlässigtes Thema zum persönlichen Anliegen: den Tierschutz. (Markus A. Gaßner, 16. Juni 2019)

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