Der Iran will angeblich wieder mehr angereichertes Uran anhäufen.

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Teheran – Der Iran will einem Medienbericht zufolge weitere Schritte bekanntgeben, mit dem einige Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen zurückgenommen werden sollen. Die Iranische Energieorganisation werde am Montag bei der Atomanlage Arak die entsprechenden Vorbereitungen darlegen, die getroffen worden seien, meldete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntag ohne Angaben von Quellen. Dabei gehe es um eine Ausweitung des Bestands an angereichertem Uran und die Produktion von Schwerwasser in Arak.

Anfang Mai und damit genau ein Jahr nach der Aufkündigung des internationalen Atomabkommens durch die USA hatte der Iran einige seiner Verpflichtungen aus der Vereinbarung von 2015 ausgesetzt. Konkret will der Iran sich demnach nicht mehr an die Beschränkungen in dem Abkommen halten, die vorgeben, wie viel überschüssiges, bis auf 3,67 Prozent angereichertes Uran und wie viel Schwerwasser das Land besitzen darf. Waffentaugliches Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert sein. Vor Abschluss des Abkommens hatte es der Iran bis auf 20 Prozent geschafft.

Ultimatum

Zugleich setzte der Iran im Mai den fünf verbliebenen Vertragspartnern Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China und Russland ein 60-tägiges Ultimatum zur Umsetzung ihrer Zusagen, die Öl- und Bankensektoren des Iran vor US-Sanktionen zu schützen. Anderenfalls werde sein Land auch die Anreicherung von Uran auf einen höheren als in dem Abkommen erlaubten Grad hinaus wieder aufnehmen.

Die USA und die Internationale Atomenergiebehörde sind überzeugt, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm verfolgte und das aufgegeben hat. Der Iran dagegen bestreitet, jemals ein solche Programm gehabt zu haben. (APA, Reuters, 16.6.2019)