Jovic ist bei Real Madrid und der "glücklichste Junge der Welt".

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Liveticker: U21-EM: Serbien – Österreich, Mo., 18.30 Uhr

Am vergangenen Mittwoch war Luka Jovic der "glücklichste Junge der Welt" . Da wurde der 21-Jährige aus der Republika Srpska als Neuzugang von Real Madrid im Estadio Santiago Bernabéu präsentiert. 17 Ligatore hatte Jovic in der vergangenen Saison für Eintracht Frankfurt erzielt. Die Hessen, die den Stürmer nur wenige Wochen zuvor fix von Benfica Lissabon erworben hatten, kassierten 70 Prozent der Ablösesumme in Höhe von angeblich 70 Millionen Euro – ein Vereinsrekord.

Das viele Geld könne auch eine Last sein. Jovic sagt dazu Erwartbares: "Ich schaue nicht darauf, ich konzentriere mich auf das, was auf dem Platz passiert." Geschaut wird in jedem Fall auf ihn, auch bei der U21-Europameisterschaft in Italien, deren nomineller Star er ist. Den möglichst zu entzaubern, treten heute zunächst die Österreicher im Stadio Nereo Rocco von Triest an.

"Halbe Miete"

"Er ist mit seinen jungen Jahren ein unglaublicher Stürmer, auf den du jede Sekunde aufpassen musst", sagte Bremens Verteidiger Marco Friedl, der also Jovic ebenso gut kennt wie der Augsburger Kevin Danso, für den die Neutralisierung von Jovic schon die "halbe Miete" wäre. Österreichs Coach Werner Gregoritsch will seine Truppe aber nicht von Haus aus in die Defensive gedrängt sehen: "Wir werden nicht den Autobus ins Tor stellen und wie das Kaninchen vor der Schlange warten." Es wäre für den mit 61 Jahren ältesten Trainer des Turniers quasi ein Missbrauch, Spieler wie Hannes Wolf, Mathias Honsak oder Xaver Schlager in ein defensives Korsett zu zwängen. Gregoritsch will die Schnelligkeit seine Offensiven nützen: "Wir können ihnen viele Schmerzen bereiten."

Die Furcht der Serben, die fünf der U20-Weltmeister von 2015 im Kader haben, hielt sich in Grenzen. "Wir wollen Europameister werden und dürfen uns berechtigterweise Hoffnungen machen", sagte Teamchef Goran Djorovic. Der 47-Jährige hat in Jovic, Andrija Zivkovic, Nemanja Radonjic und Sasa Lukic Offensivspieler, die schon im A-Team im Einsatz sind. Dazu kommt Stammverteidiger Nikola Milenkovic.

Weiße Weste

Serbien war in der Qualifikation als eines von fünf Teams ungeschlagen geblieben, gegen Österreich gelang nach einem 3:1-Auswärtssieg nur ein torloses Heimremis in Novi Sad. "Wir haben da gezeigt, dass wir gut mithalten können", sagte Friedl vor der Partie in Triest, die insofern wegweisend ist, als mit dem zweiten Gruppenplatz und dem Aufstieg ins Halbfinale das Ticket für das olympische Turnier in Tokio gelöst wäre – das ist der Traum der Österreicher. (APA, red)