Die aggressive Preispolitik von Billigfliegern macht der Lufthansa im Kurzstreckenbereich Probleme.

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Frankfurt – Der heftige Preiskampf im europäischen Luftverkehr durchkreuzt die Gewinnpläne der Lufthansa. Wegen eines "aggressiven" Geschäftsausbaus von Billigairlines und der dadurch fallenden Ticketpreise dürfte der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) des Konzerns in diesem Jahr nur 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro erreichen, teilte Europas größte Fluggesellschaft mit. Bisher war das Management von etwa 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro Gewinn ausgegangen.

In ihrem Rekordjahr 2017 hatte die Muttergesellschaft der AUA operativ rund 3,0 Milliarden Euro verdient, ein Jahr darauf waren es immerhin noch gut 2,8 Milliarden Euro.

Lufthansa-Aktie unter Druck

An der Börse gab die Lufthansa-Aktie im Verlauf des Vormittags um mehr als zwölf Prozent auf zeitweise 15,25 Euro nach. Damit sank die Aktie sogar unter die jüngsten Zwischentiefs bei 17 Euro, in deren Bereich sich der Kurs im vergangenen Herbst sowie Ende Mai noch gefangen hatte. Der Börsenwert des Unternehmens ist damit in diesem Jahr bereits um mehr als ein Fünftel auf rund 7,4 Milliarden Euro gefallen. Damit gehört die Aktie zu den schwächsten Werten im Deutschen Aktienindex, nachdem sie 2018 mit einem Abschlag von 37 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern gezählt hatte.

Eurowings dürfte heuer rote Zahlen schreiben

Während das Geschäft auf der Langstrecke weiter gut laufe, dürfte die Billigtochter Eurowings wegen des harten Wettbewerbs die Gewinnschwelle verfehlen und operativ rote Zahlen schreiben, kündigte der Dax-Konzern mit Blick auf 2019 an. Denn Konkurrenten seien bereit, erhebliche Verluste hinzunehmen, um ihre Marktanteile auszubauen. Dies geht auch an Eurowings nicht spurlos vorüber. Die Lufthansa-Führung geht zudem davon aus, dass der europäische Markt mindestens bis Ende 2019 so herausfordernd bleibt.

Nachdem das Management um Carsten Spohr den Ausbau des Flugangebots bei Eurowings für 2019 bereits vor einigen Wochen gestoppt hatte, peilt es nun auch für die Netzwerk-Airlines nur noch ein geringeres Wachstum an. Der Umsatz dürfte 2019 in der Folge nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Bisher hatte das Management ein Plus von vier bis sechs Prozent im Auge gefasst.

"Leichter Rückgang" bei Austrian erwartet

Für den Rückgang sind auch die sinkenden Ticketpreise verantwortlich. Im laufenden zweiten Quartal dürften die Durchschnittserlöse vor allem bei Eurowings "deutlich" sinken, hieß es. Für das Gesamtjahr geht die Konzernführung dort von einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich aus, bei den konzerneigenen Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian sagt das Management währungsbereinigt einen leichten Rückgang voraus. (dpa, red, 17.6.2019)