Legendäre Szene: Ein Kakapo versucht sich mit einem Tierfilmer zu paaren – vergeblich, aber nichtsdestotrotz enthusiastisch.
BBC

Wellington – Der Kakapo (Strigops habroptila) gehört zu den vielen Vogelarten, deren Ahnen Neuseeland erreichten, als es dort keine Säugetiere gab, und in der Folge mangels Räubern das Fliegen verlernten. Das erwies sich als fatal, als die Säugetiere – in Form des Menschen und seines vierbeinigen Anhangs – die Doppelinsel dann doch noch erreichten. Importierte Katzen, Hunde, Marder und Ratten haben den flugunfähigen und generell eher plumpen Papagei bis knapp an den Rand der Ausrottung gebracht. Die letzten Exemplare wurden auf kleine Inseln ausgelagert, um sie zu schützen.

Eine Epidemie wie aus dem Nichts

Und nun droht den Vögeln eine neue Gefahr: Laut der neuseeländischen Naturschutzbehörde breitet sich eine Infektionskrankheit, die Aspergillose, rasant unter den Papageien aus. 36 Vögel würden von Tierärzten behandelt, sieben seien bereits gestorben. Darunter befanden sich auch zwei erwachsene Kakapos – ein herber Verlust angesichts der geringen Gesamtpopulation von 147 ausgewachsenen Tieren.

Aspergillose habe "verheerende Auswirkungen" auf die nachtaktiven Papageien, erklärte die Naturschutzbehörde. Die Krankheit befalle das Atmungssystem und bedrohe den Fortbestand der Art. Vor diesem Jahr war nur ein an Aspergillose gestorbener Kakapo dokumentiert worden.

Der anhaltende Bruterfolg der Kakapos gibt Hoffnung – doch gerettet ist die Spezies noch lange nicht.
Foto: APA/AFP/ANDREW DIGBY/New Zealand Department of Conservation

"Es ist eine nie dagewesene Bedrohung und wir arbeiten wirklich hart daran zu verstehen, warum das dieses Jahr passiert", sagte der Tierarzt des Zoos von Auckland, James Chatterton, dem Sender TVNZ. Derzeit gehen die Wissenschafter davon aus, dass die hohen Temperaturen zu der starken Ausbreitung der Aspergillose führte.

Die Brutzahlen geben Hoffnung

Die Epidemie kommt just in einer Phase der Hoffnung: Auch in diesem Jahr sind die Nester der Kakapos nämlich außergewöhnlich gut mit Nachwuchs gefüllt. Die nur 50 ausgewachsenen Kakapo-Weibchen legten 249 Eier, aus denen bis Mitte April rund 90 Küken schlüpften – mehr als doppelt so viele wie in der vergangenen Brutsaison. Die Brutdichte könnte laut den Forschern allerdings auch ein Faktor sein, der die Krankheit begünstigt. (red, APA, 17. 6. 2019)

Kakapos sind eher tapsig als überlebenstüchtig. Das können sie sich aber nicht mehr leisten, seit die Säugetiere Neuseeland erobert haben.
Foto: APA/AFP/ANDREW DIGBY/New Zealand Department of Conservation