Werden fortan getrennte Wege gehen: Trump und seine Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders.

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Orlando/Washington – US-Präsident Donald Trump hat den Startschuss für seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl 2020 gegeben. "Ich stehe heute Nacht vor euch, um offiziell meinen Wahlkampf für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten zu beginnen", sagte Trump am Dienstagabend vor 20.000 Anhängern in Orlando im Bundessaat Florida. Seine Rede triefte vor Selbstlob und Attacken auf Medien und die Demokraten.

Die USA würden inzwischen blühen und boomen, sagte Trump, der hofft, dass ihm die guten Wirtschaftsdaten zu einer Wiederwahl verhelfen. "Die ganze Welt ist neidisch auf unsere Wirtschaft. Es ist vielleicht die beste Wirtschaft in der Geschichte unseres Landes." Er werde dafür sorgen, dass Amerika "großartig" bleibe, versprach der Präsident, der "Keep America Great" zu seinem neuen Wahlkampfmotto machte. In die Wahl 2016 war Trump mit dem Slogan "Make America Great Again" gezogen ("Macht Amerika wieder großartig").

Medienattacken

Seine Rede hatte der 73-jährige Republikaner mit Angriffen auf die Medien begonnen, die er wie so häufig als "Fake-News" bezeichnete. Die Zuhörer reagierten mit Buhrufen an die Adresse der zahlreichen anwesenden Journalisten. Solche Szenen hatten sich schon im Wahlkampf 2016 abgespielt.

Trump attackierte zudem die oppositionellen Demokraten, die ihn 2020 aus dem Weißen Haus drängen wollen: Die "radikalen" Demokraten seien von "Hass, Vorurteilen und Wut" geleitet. "Sie wollen euch zerstören, und sie wollen unser Land, wie wir es kennen, zerstören." Eine Stimme für einen Demokraten sei eine Stimme für einen radikalen Sozialismus und für die Zerstörung des amerikanischen Traums.

Mueller

Zugleich stellte er angesichts des Vorwurfs einer russischen Einmischung in die Präsidentenwahl 2016 als Opfer einer Kampagne dar. "Wir haben die größte Hexenjagd der politischen Geschichte hinter uns", sagte Trump. "Es war alles ein illegaler Versuch, das Wahlergebnis zu kippen."

In der florierenden Wirtschaft erkannte Trump den Erfolg seiner "America-First-Politik" und der von ihm angezettelten Zollkonflikte. So sei er in einem historischen Schritt gegen die chronisch unfairen Handelspraktiken Chinas vorgegangen. "Das hätte schon vor langer Zeit getan werden sollen. Aber die Tage, an denen amerikanische Jobs und amerikanische Firmen, amerikanische Ideen und Wohlstand gestohlen werden, sind vorbei."

Trotz schlechter Umfragewerte zeigte sich Trump siegesgewiss. Er stellte ein "Erdbeben an den Wahlurnen" in Aussicht. "Wir haben es einmal gemacht, und wir werden es wieder tun." Bei der Wahl 2016 hatte er seine in Umfragen vorne liegende demokratische Rivalin Hillary Clinton besiegt. Im kommenden Wahlkampf nicht mehr unterstützen wird ihn indes seine Pressesprecherin Sanders. Ihr werden politische Ambitionen in ihrem Heimatbundesstaat Arkansas nachgesagt.

Mike und Melania

Trump wurde in Florida von Vizepräsident Mike Pence, dessen Ehefrau Karen und First Lady Melania Trump begleitet. Pence sagte: "Wir haben 2016 Geschichte geschrieben, und wir werden wieder Geschichte schreiben." Auch Trumps Familie, Mitglieder seiner Regierung und einige republikanische Senatoren waren mit dabei.

Trump hatte den Ort für seinen Wahlkampfauftakt mit Bedacht gewählt: Florida hat eine Schlüsselrolle für den Ausgang der Präsidentschaftswahl im November 2020. Das Rennen zwischen Demokraten und Republikanern in Florida fällt für gewöhnlich eng aus. Einer aktuellen Umfrage der Quinnipiac University zufolge liegen dort mehrere demokratische Präsidentschaftsbewerber vor Trump, Ex-Vizepräsident Joe Biden sogar mit 50 zu 41 Prozent.

Die Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten beginnen im Februar. An der erneuten Nominierung Trumps durch die Republikaner gibt es keinen Zweifel, auch wenn er in dem Ex-Gouverneur Bill Weld interne Konkurrenz hat. Bei den Demokraten gibt es 23 Bewerber, wobei Biden als Favorit gilt. Der 76-Jährige war acht Jahre lang Vizepräsident von Trumps Vorgänger Barack Obama. (APA, 19.1.2019)