Facebook will 2020 mit Libra eine eigene Cyberdevise auf den Markt bringen.

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Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat vor Risiken auch bei eher preisstabilen Krypotwährungen ("Stablecoins") gewarnt. Diese könnten mit Gefahren für die Verbraucher verbunden sein, sagte er am Freitag auf einer Fachkonferenz in Eltville am Rhein laut Redetext. "Insbesondere gibt es die Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann."

Gefahr für Banken

Auch für die Finanzbranche drohten durch solche Cyberdevisen Gefahren. "Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben." Letztlich sei eine Form weltweiter Regulierung erforderlich.

Stablecoins gehören zu den heißen Themen in der Debatte um Krypotowährungen. Sie sollen weniger anfällig für Preisschwankungen sein als bestehende Cyber-Devisen wie etwa Bitcoin. Dessen Preis war zwischen Oktober und Dezember 2017 von 4.500 auf knapp 20.000 Dollar pro Stück in die Höhe geschnellt, um sich dann bis Ende 2018 wieder auf weniger als 3.300 Dollar zu verbilligen. Aktuell kostet ein Bitcoin knapp 9.800 Dollar (8.667 Euro).

Stabilität

Die Stabilität bei Stablecoins soll erreicht werden, indem sie beispielsweise an eine bestehende Währung oder an einen ganzen Korb von Währungen gekoppelt werden. Durch eine geringere Schwankungsanfälligkeit könnten sie auch als Zahlungsmittel stärkere Verbreitung finden und somit traditionellem Geld Konkurrenz machen.

Die Diskussion um Stablecoins hat durch die Ankündigung von Facebook neue Nahrung bekommen, eine eigene derartige Währung mit dem Namen "Libra" in der ersten Hälfte 2020 an den Start bringen zu wollen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Branchenkenner halten es für nicht ausgeschlossen, dass Facebook damit das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte. (Reuters/APA, 21.6.2019)