Dornbirn/Wien – Die Vorarlberger FPÖ zieht wie schon 2017 mit Wehrsprecher Reinhard Bösch an der Spitze in den Nationalratswahlkampf. Bösch erklärte, man werde sich bemühen, das Vorarlberg-Ergebnis 2017 (24,4 Prozent) wieder zu erreichen, angesichts des Ibiza-Videos werde das aber "deutlich schwieriger", so Bösch. Landesparteiobmann Christof Bitschi lobte Böschs Erfahrung, er sei bekannt als "Mann klarer Worte".

Der 62-jährige Bibliothekar und Historiker ist seit 2013 Abgeordneter, zuvor saß der Burschenschafter bereits von 1999 bis 2008 für seine Partei im Nationalrat. Bösch wird auch die Liste im Wahlkreis Nord anführen und strebt zudem einen wählbaren Listenplatz auf der Bundesliste an. Hier stehe man noch in Verhandlungen. Bei der Nationalratswahl 2017 erreichte die FPÖ ein Vorarlberg-Ergebnis von 24,4 Prozent (plus 4,2 Prozentpunkte) und verpasste knapp ein zweites Mandat.

Die EU-Wahlen hätten gezeigt, dass man trotz Ibiza-Video bestehen habe können, so Bösch zuversichtlich. Die FPÖ sei der eigentliche Reformmotor in der Regierung gewesen, Kurz habe die Wahlen wegen der Übernahme freiheitlicher Inhalte gewonnen, so Bösch und nannte als Erfolge den Familienbonus, verstärkte Abschiebungen, mehr Mittel für das Bundesheer und die Reform der Sozialversicherungen. Weitere Projekte habe man leider nicht mehr umsetzen können. Daher bewerbe man sich klar wieder mit dem Programm von 2017. Bösch hoffte auf eine Weiterführung der "Reformpartnerschaft". Man werde sich bemühen, keinen schmutzigen Wahlkampf zu führen, "das haben wir auch noch nie, soweit ich weiß", sagte Bösch.

Wahlkampfthema Sicherheit

Im Wahlkreis Süd und als Landeslisten-Zweiter kandidiert der Feldkircher Stadtrat Thomas Spalt. Sollte Bösch über ein Bundeslistenmandat einziehen, hätte Spalt Chancen, Nationalrat zu werden. Man werde einen "ambitionierten, harten, aber fairen Wahlkampf" führen, versprach Spalt. In seinem Wahlkreis trat 2017 als Listenerster der inzwischen im Streit aus der FPÖ ausgetretene Bundesrat Christoph Längle bei der Nationalratswahl an. Laut Bitschi ist noch nicht entschieden, wer von der FPÖ nach der Landtagswahl für den Bundesrat nominiert wird. "Wir sind ein verlässliches Angebot für alle, die mit der Bundesregierung in den vergangenen eineinhalb Jahren zufrieden waren", so Bitschi. Bösch sei einer der erfahrensten und profiliertesten Abgeordneten und habe sich als Sicherheitsexperte über die Parteigrenze hinweg einen Namen gemacht.

Gerade das Thema Sicherheit werde im Wahlkampf eine große Rolle spielen. Bitschi nutzte die Gelegenheit, vor einer Koalition mit grüner Beteiligung auch auf Bundesebene zu warnen. Der Herbst stelle die Partei angesichts zweier Wahlen binnen zwei Wochen vor große Herausforderungen, man sei aber gut vorbereitet und personell "so breit aufgestellt wie noch nie". Bitschi verwies angesichts der Tatsache, dass sich keine Frau auf einem Spitzenplatz findet, auf die Listen für die Landtagswahl. Dort sei man auf gutem Weg, den Frauenanteil auszubauen. (APA, 21.6.2019)