Klaus Ortner schuf ein Firmenimperium und sponsert die ÖVP.

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Im persönlichen Umgang nicht immer einfach, schuf der 75-jährige Tiroler und Großspender der ÖVP, Klaus Ortner, ein beachtliches und sehr erfolgreiches Firmenimperium rund um Gebäudetechnik, Baufirmen und Immobilien: Die IGO-Ortner-Gruppe zählt bei einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro etwa 24.000 Mitarbeiter.

Ortner hat es also geschafft im Leben. Er lebt in einer Villa in Wien-Rodaun, umgeben von einer Kunstsammlung mit Schwerpunkt erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beraten wird er vom Kunsthändler Giese & Schweiger. In einem altehrwürdigen Haus in der Wiener City, das der Generali-Versicherung gehört, ist Ortner Mieter. Dort ließ er sich im Jahr 2011 den großzügigen Dachboden ausbauen.

Mann mit Geltungsdrang

Warum Ortner, der auch Mehrheitsaktionär der heimischen Porr ist, die ÖVP unter Sebastian Kurz mit Geldspenden unterstützt? Es ist sein Geltungsdrang, sagen jene, die ihn kennen. Gesellschaftslöwe ist er jedenfalls nicht. Alkohol trinkt er auch nicht, höchstens Jahrgangsapfelsaft, wird gespöttelt.

Der Firmenname IGO steht für Firmengründer Ignaz Ortner, den Großvater von Klaus Ortner, der die Mehrheit der Anteile hält. Weiters beteiligt sind dessen Frau Friederike, eine Medizinerin, und seine beiden Töchter Nina und Iris Ortner.

Letztere ist Geschäftsführerin und Aufsichtsrätin in mehreren Unternehmen. Unter der Kanzlerschaft von Sebastian Kurz wurde sie auch in das Kontrollgremium der staatlichen Beteiligungsgesellschaft Öbag bestellt. Und Kanzler Kurz war es auch, der die diesjährige 150-Jahr-Feier der Porr mit seiner Anwesenheit beehrte.

Tiroler Bekanntschaften

Geboren wurde Klaus Ortner 1944 als Klaus Thurner. Sein Adoptivvater, Josef Ortner, hat den in der Nazizeit stillgelegten Installateur- und Haustechnikbetrieb 1946 wiedereröffnet. Der beste Freund von Ortner senior hieß Thurner und war Beamter, der das Tiroler Budget erstellte. Dessen Sohn Klaus maturierte in Innsbruck und studierte danach an der ETH in Zürich Maschinenbau.

Da Josef Ortner damals gerade in Wien ein großes Bauvorhaben begonnen hatte und dafür eine Vertrauensperson benötigte, machte er dem jungen Klaus Thurner 1968 ein Angebot: Er sollte die Firma in Wien aufbauen. Zwei Jahre später adoptierte ihn Josef Ortner, weil er auch einen Nachfolger für eine doch recht groß gewordene Firma benötigte. In Innsbruck zählte die Firma damals hundert Mitarbeiter. (Claudia Ruff, 21.6.2019)