Auch das P30 Pro soll ein Update auf Android Q erhalten – so zumindest die Hoffnung des Herstellers.

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Der Handelsbann der US-Regierung hat Huawei voll getroffen. Die Smartphone-Verkäufe des chinesischen Hersteller sind in den vergangenen Wochen massiv eingebrochen, von einem Minus zwischen 40 und 60 Prozent geht das Unternehmen selbst aus. Zurückzuführen ist dies nicht zuletzt auf die Verunsicherung der Konsumenten, ist doch weiterhin nicht vollständig klar, wie es langfristig mit der Update-Versorgung für bestehende Smartphones des Unternehmens weitergeht.

Updates in Entwicklung

Bei Huawei scheint man jedenfalls davon auszugehen, dass all diese Detailfragen zu eigenen Gunsten entschieden werden. Auf der neuen Seite huaweianswers.com will das Unternehmen "Missverständnisse" rund um den Handelsbann ausräumen. Und hier macht man auch klare Ansagen: So sollen zumindest 17 der eigenen Smartphones auf das kommende Android Q aktualisiert werden. Die Liste erstreckt sich dabei von aktuellen Topgeräten wie dem P30 und P30 Pro bis zurück zum Mate 10. Für all diese Geräte sei man bereits in der Vorbereitungs- oder Testphase, versichert das Unternehmen.

Und um dieser Überzeugung Nachdruck zu verleihen, verweist man noch auf ein weiteres Detail: Mit dem Mate 20 Pro habe nämlich bereits das erste Gerät eine Genehmigung von Google für den Erhalt von Android Q erhalten, betont Huawei. Genau dieser Hinweis ist es aber, der klarmacht, dass die erwähnten Updates bei weitem nicht so sicher sind, wie es das Unternehmen gerne darstellen würde. Immerhin hat Huawei die erste Android Q-Testversion für das Mate 20 Pro bereits vor dem Handelsbann veröffentlicht, insofern könnten hier auch andere rechtliche Rahmenbedingungen gelten.

Offene Fragen

Entsprechend vage ist der besagte Eintrag bei näherer Betrachtung. Man habe das Upgrade für die betreffenden Geräte "eingereicht" heißt es da, zudem sei man "zuversichtlich", dass das P30 und andere Topgeräte das Upgrade erhalten werden. Ein fixes Versprechen ist das jedenfalls nicht. Und das ist angesichts dessen, dass derzeit weiter unklar bleibt, ob Google den Upgrades überhaupt rechtlich zustimmen kann, auch nicht weiter überraschend.

Hintergrund

Derzeit befindet sich der Handelsbann gegen Huawei in der Mitte einer Art 90-tägigen Schonfrist, in der Google zumindest ein Mindestmaß der Kooperation mit dem chinesischen Hersteller aufrecht erhalten darf. Wie es danach weitergeht, ist derzeit komplett offen. In Hinblick auf Upgrades zu Android Q ist dies auch nicht zuletzt deswegen relevant, da der Stichtag noch vor der anvisierten Freigabe der neuen Softwaregeneration durch Google liegt. Und auch in der aktuellen Phase ist unklar, ob Google überhaupt große Versionsupgrades für Huawei absegnen darf, oder ob sich die Minimalzusammenarbeit nur auf Sicherheitsaktualisierungen bezieht. (apo, 21.6.2019)