George Soros im Kassensaal der Nationalbank.

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Man hatte den Eindruck, dass die Dankbarkeit von Herzen kam. George Soros wurde Freitagabend der Schumpeter-Preis verliehen. Der aus Ungarn stammende Investor und Philanthrop nahm die von Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny überreichte Auszeichnung mit Freude an und betonte seine Verbundenheit zu Österreich. Die wird künftig noch wachsen, wurde die von ihm in Budapest betriebene Central European University (CEU) doch mehr oder weniger aus Ungarn verjagt.

Sie wird ihre Zelte nun in Wien aufschlagen, womit die Verbindungen zu Österreich intensiviert werden. Dadurch werde er öfter nach Wien kommen, wo er mit offenen Armen empfangen werde, wie Soros sagte.

Zu dem österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter fühlte sich der 88-Jährige stets hingezogen. Dessen Konzept der schöpferischen Zerstörung, wonach Innovation herkömmliche Wirtschaftszweige und Produktionsweisen ersetzt, hätte "heute besondere Bedeutung", sagte der US-Staatsbürger.

Nowotny überreichte den Preis an Soros, die Blumen waren für dessen Frau.
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Den dritten engen Anknüpfungspunkt zu Österreich stellt der Philosoph Karl Popper dar, bei dem Soros an der London School of Economics studierte. Poppers Lehre von der offenen Gesellschaft und dessen Ablehnung totalitärer Tendenzen prägten den ungarisch-amerikanischen Spekulanten, der Anfang der 1990er-Jahre mit Wetten gegen das britische Pfund ein Vermögen verdiente. Soros benannte dann auch seine Open Society Foundations nach Poppers Werk.

Stets an Soros' Seite: dessen Ehefrau Tamiko Bolton.
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Nowotny strich in seiner Ansprache hervor, dass Soros nicht nur hohe Summen spende, sondern sich auch persönlich für Menschen und Organisationen engagiere. Zu den Trägern des Schumpeter-Preises zählen u. a. der verstorbene deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, Ex-Weltbankchef James Wolfensohn, EZB-Präsident Mario Draghi und der Ökonom Nicholas Stern. (red, 21.6.2019)