Marco Rose hat Gladbach-Spieler Neuhaus vor Österreich gewarnt.

Foto: APA/AFP/INA FASSBENDER

Schlager gegen Serbien.

Foto: Franco Debernardi/ANSA via AP

Manzano – Das Duell von Österreich mit Deutschland ist im Fußball immer etwas ganz Besonderes. Wenn am Sonntag (21.00 Uhr/live ORF 1/live im STANDARD-Ticker) im Stadio Friuli von Udine im letzten Gruppe-B-Spiel der U21-EM der Tabellenführer und Titelverteidiger auf die noch nicht ausgeschiedene ÖFB-Elf trifft, ist für zusätzliche Brisanz gesorgt, kommt es doch zum Aufeinandertreffen vieler Club-Weggefährten.

Friedl motiviert

Das ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Österreich in den ersten beiden deutschen Ligen klar die meisten Legionäre stellt. Mit Marco Friedl (Werder Bremen), Kapitän Philipp Lienhart (SC Freiburg), Stefan Posch und Christoph Baumgartner (jeweils 1899 Hoffenheim) sowie Kevin Danso (FC Augsburg) spielen fünf ÖFB-U21-Kicker dabei im Oberhaus eine Rolle.

Der 21-jährige Friedl machte 9 Pflichtspiele für Bremen und war im Saisonfinish einer der Gewinner. Als Belohnung wurde die Bayern-Leihgabe fix verpflichtet. Der Abwehrspieler bleibt damit Clubkollege der DFB-U21-Kicker Johannes und Maximilian Eggestein. "Das Duell am Sonntag ist für mich deshalb besonders schön", so Friedl. Ein ÖFB-Erfolg sei nicht nur für die EM wichtig. "Ich will unbedingt gewinnen, dass ich dann in den nächsten Wochen in Bremen den ein oder anderen Spruch raushauen kann", sagte Friedl ganz klar. Im Saisonfinish habe er sich "fast täglich" mit den DFB-Konkurrenten über die EM unterhalten.

Das war auch bei Philipp Lienharts Arbeitgeber SC Freiburg der Fall. "Wir haben schon ein paar Schmähs gemacht", merkte der ÖFB-Kapitän an. Auf ihn wartet ein Duell mit seinem Innenverteidiger-Konkurrenten Robin Koch und Offensivkraft Luca Waldschmidt. "90 Minuten sind wir keine Freunde, sondern normale Gegenspieler. Dann können wir wieder miteinander reden", schilderte Lienhart.

Jeden Tag in Kontakt

Die größte Rolle in Deutschland spielte von den ÖFB-U21-Kickern vergangene Saison Danso, der für Augsburg 21 Pflichtspiele absolvierte. Im Frühjahr war der Abwehrspieler größtenteils Stammkraft. Dass der Verein viel auf den 20-Jährigen hält, untermauerte die Vertragsverlängerung bis 2024 Anfang des Jahres.

Danso bekommt es am Sonntag mit seinem Augsburg-Zimmerkollegen Marco Richter zu tun. Die beiden stehen auch während der EM "jeden Tag" in Kontakt. "Ich freue mich für ihn, dass er so gut drauf ist", so der ÖFB-Kicker. Am Sonntag soll sich Richter aber nicht in Szene setzen können. "Wir wissen beide, worum es geht, wollen beide weiterkommen. Ich habe ihm gesagt, dass wir sie auf jeden Fall schlagen werden", verlautete Danso.

Für ihn ist das Duell mit dem Nachbarn "immer ein Highlight". "Gegen so einen Gegner versucht man noch eine Schippe draufzulegen", betonte der Innenverteidiger. Hannes Wolf kann das nicht mehr, er erlitt im ersten Gruppenspiel gegen Serbien einen Knöchelbruch und verpasst damit ein Aufeinandertreffen mit seinem zukünftigen Leipzig-Kollegen Lukas Klostermann.

Nochmals Vollgas

"Das Foul hat sehr böse ausgesehen. Ich habe ihm auch schon gute Besserung gewünscht", sagte Klostermann, aber "ehrlich gesagt ist es für mich weniger ein besonderes Duell, es ist ein sehr wichtiges Spiel im Turnier, wo für uns noch viel auf dem Spiel steht", meinte der 23-Jährige.

Deutschland nimmt den letzten EM-Gruppengegner Österreich jedenfalls nicht auf die leichte Schulter. "Durch den Modus darf man sich in der Gruppe keinen Ausrutscher erlauben, deshalb müssen wir noch einmal Vollgas geben", sagte Klostermann. Respekt vor der ÖFB-Auswahl ist vorhanden. Das auch nach warnenden Worten von Salzburgs Ex-Erfolgstrainer.

"Marco Rose hat mich gewarnt vor Österreich. Wir sind gut beraten, wenn wir sie nicht unterschätzen", gab Mönchengladbachs Florian Neuhaus zu Protokoll. Österreich habe eine gute Mannschaft mit guten Einzelspielern. "Da müssen wir unser Spiel konsequent durchziehen", war sich der Mittelfeldspieler bewusst. Auf ein Unentschieden zu spielen, das den Gruppensieg samt Semifinaleinzug bringt, ist kein Thema. "Wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen", betonte Neuhaus. (APA, red, 22.6.2019)