Sehr jung, sehr erfolgreich: Ashleigh Barty.

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Birmingham – Die "Barty-Party" geht weiter. Zwei Wochen nach ihrem ersten Grand-Slam-Triumph bei den French Open hat die Australierin Ashleigh Barty am Sonntag das Tennis-Rasenturnier von Birmingham gewonnen und wird am Montag erstmals an der Weltranglisten-Spitze aufscheinen. "Ein Traum ist wahr geworden", jubelte die erste australische Nummer eins seit Evonne Goolagong Cawley im Jahr 1976.

Ziel übertroffen

Barty, die mit dem 6:3,7:5 ihrer deutschen Doppelpartnerin Julia Görges den achten Turniererfolg versagte, löst im kommenden Ranking die Japanerin Naomi Osaka nach 21 Wochen an der Spitze ab – und könnte in Wimbledon den nächsten Meilenstein setzen. "Du träumst schon als Kind davon, dass es dann aber wahr wird, ist unglaublich", sagte Barty nach ihrem sechsten Turniergewinn auf der WTA-Tour.

Ihr Ziel in diesem Jahr seien eigentlich die Top-10 gewesen. "Es ist eine unglaubliche Reise für mich und mein Team", meinte sie auch im Hinblick auf ihre Rückkehr nach einer Auszeit: "Wir sind vor dreieinhalb Jahren ohne Ranking gestartet."

Schaffenspause

Tatsächlich war der Weg vom Juniorinnen-Titel in Wimbledon 2011 bis heute ein verschlungener. Denn irgendwann wurde Barty der ganze Zirkus zu viel. Die ständigen Reisen, die Nächte im Hotel, die Distanz zu ihren Eltern und den älteren Schwestern Ali und Sara. Nach den US Open 2014 hörte Barty auf mit dem Tennis, sie war ausgebrannt. Sie zog wieder zu ihrer Familie nach Ipswich im Norden Australiens, ging fischen oder gab ein paar Trainerstunden. Schließlich schloss sie sich dem Kricket-Team der Brisbane Heat an – und profitierte auch dort von ihren kraftvollen Schlägen, dem Ballgefühl, der Spielintelligenz.

Zum Tennis zurück fand sie eher durch Zufall, weil ihre alte Doppelpartnerin Casey Dellacqua sie zu einem Turnier nach Sydney einlud und sie dort wieder Lust bekam auf den anderen Schläger. 2016 gab sie ihr Comeback auf der WTA-Tour, in der unbarmherzigen Weltrangliste wurde sie nicht mehr geführt. Sie kämpfte sich von Platz 271 im Jahr 2017 zurück in die Top Ten – und jetzt nach ganz oben. (APA, 23.6.2019)