Auch Bilder von Donald Trump und und Benjamin Netanjahu wurden verbrannt.

Foto: Reuters/MOHAMMED SALEM

Gaza – Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag aus Protest gegen eine Konferenz in Bahrain für wirtschaftliche Investitionen in den Palästinensergebieten gestreikt. Die von den USA initiierte Konferenz findet am Dienstag und Mittwoch statt.

Öffentliche Einrichtungen, Banken und der Großteil der Geschäfte in dem Küstengebiet blieben geschlossen. Auf schwarzen Bannern in verschiedenen Teilen des Gazastreifens stand unter anderem: "Nein zu dem verdächtigen Workshop in Bahrain."

Palästinenservertreter boykottieren die Veranstaltung und fordern für den Konflikt mit Israel eine politische und keine wirtschaftliche Lösung. Die radikalislamische Hamas und andere palästinensische Fraktionen hatten zu dem Streik aufgerufen und Proteste im Gazastreifen angekündigt.

Die Konferenz in Bahrain ist Teil des weiterhin unveröffentlichten Nahost-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump. Ein am Samstag vom Weißen Haus veröffentlichtes Papier mit dem Titel "Frieden zu Wohlstand" sieht Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) in den kommenden zehn Jahren vor. Damit sollen das Bruttoinlandsprodukt der Palästinenser verdoppelt, eine Million neue Jobs geschaffen und die Armutsquote halbiert werden. Woher genau das Geld kommen soll, bleibt offen.

Botschaftverlegung

Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und im vergangenen Jahr die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Die Palästinenser erkennen die USA seitdem nicht mehr als unabhängigen Vermittler im Konflikt mit Israel an. Sie sehen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaats. (APA, 25.6.2019)