Die Modul University auf dem Wiener Kalvarienberg.

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Seit 20 Jahren gibt es in Österreich Privatuniversitäten, wobei "privat" nur heißt, dass der Bund nicht mitfinanzieren darf. Privatunis sind aber nach wie vor ein Nischenphänomen. Nur vier Prozent aller Studierenden finden sich an einer Privatuni. Dennoch war das Wachstum in den vergangen Jahren rasant: 2018/19 gab es laut Österreichischer Privatuniversitätenkonferenz (ÖPUK) 14.500 Privatuni-Studenten. Das sind sieben Prozent mehr als im Jahr davor und fast drei Mal so viele wie 2008/09.

Am Montag wurde das Jubiläum gefeiert und Wünsche an die kommende Regierung formuliert. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen, um internationale Angebote zu entwickeln, mehr Mitspracherechte in wichtigen Gremien, mehr Gestaltungsfreiheit und Unterstützung bei Anliegen der Privatunis in der EU, etwa im Umgang mit unseriösen Angeboten, sagt Karl Wöber, Rektor der Modul University Vienna und Präsident der (ÖPUK).

Faire Bedingungen

Auch im Inland brauche es faire Wettbewerbsbedingungen. Problematisch sei etwa, wenn staatlich finanzierte Hochschulen Studien gegen Entgelt anbieten und damit die Privatunis konkurrenzieren, die Privatunis ihre Angebote im Gegensatz zu den öffentlichen Unis aber akkreditieren lassen müssen.

14 Privatunis gibt es derzeit in Österreich. Im Angebot haben sie mehr als 200 Studien, von Sozial- und Wirtschaftswissenschaften über Recht und Medizin bis zu Psychotherapie. Besonders geschätzt werden Privatunis von internationalen Studierenden. Mit 44 Prozent ist der Anteil wesentlich höher als an öffentlichen Unis (29 Prozent) oder Fachhochschulen (19 Prozent).

Weitere Neuzugänge

Die erste offiziell akkreditierte Privatuni war die Katholisch-Theologische Hochschule Linz 2001, der Gründungsboom fand in den frühen 2000er-Jahren statt. 2005 war mit damals elf Institutionen bereits fast das aktuelle Niveau erreicht. Einige Einrichtungen haben allerdings ihre Pforten im Lauf der Jahre wieder geschlossen. So wurde der International University, der IMADEC-University und der European Peace University die Akkreditierung entzogen, die TCM-Privatuniversität wurde laut ihrem Gründer "Opfer der Wirtschaftskrise", auch die PEF Privatuniversität für Management stellte ihren Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen ein.

Gleichzeitig kamen immer wieder neue Institutionen dazu. Letzter Neuzugang war die Bertha von Suttner Privatuniversität mit den zwei Bachelor-Studiengängen Psychosoziale Interventionen und Soziokulturelle Arbeit. Zum Teil ließen sich dabei bereits bestehende Institutionen als Privatuni akkreditieren, so jüngst geschehen beim "Jam Music Lab", 2017 hervorgegangen aus dem Conservatory for Jazz an Popular Music Vienna. In Kärnten soll im Herbst durch die Umwandlung des Kärntner Landeskonservatoriums noch eine 15. Privatuni dazukommen. (APA)