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FMA-Chef Klaus Kumpfmüller fordert für die geplante Facebook-Cyberwährung "Libra", dass diese wie alle Krypto-Assets reguliert und beaufsichtigt werden muss. "Wichtig wird auch bei Libra sein, dass der Handel transparent erfolgt, um Missbrauch zu Lasten der Nutzer vorzubeugen", sagte Kumpfmüller am Mittwoch auf APA-Anfrage.

"Der europäische Gesetzgeber hat hier ja schon erste Schritte gesetzt und unterwirft etwa auch Krypto-Assets künftig gesetzlichen Verpflichtungen zur Prävention der Geldwäsche, wo er bei den Handelsplattformen und Wallet-Providern ansetzt", so der Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA). "Diesen Weg müssen wir rasch und konsequent weiter gehen."

Globale Lösungen

Ein Muss sei auch, dass der Emittent Informationspflichten zur Funktionsweise und den Risiken für die Nutzer nachkomme, so Kumpfmüller. Darüberhinaus sei zu überlegen, auch die Emittenten der Finanzinstrument einer Regulierung und Aufsicht zu unterwerfen. "Da in der digitalen Welt nationale Grenzen an Bedeutung verlieren, müssen wir hier aber zumindest europäische, wenn nicht sogar möglichst globale Lösungen erarbeiten", gibt der FMA-Vorstand zu bedenken.

Ähnlich äußerte sich laut Reuters auch der deutsche Bafin-Chef Felix Hufeld. Sofern die geplante Cyberwährung "Libra" Verbreitung fände, würden sich erhebliche Kontrollfragen in praktisch allen Bereichen stellen. "Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, mindestens europäisch, wenn nicht global ein paar Grundstandards zu entwickeln", sagte Hufeld am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW)

Augeschreckt

Er sei aber nicht so skeptisch wie einige Währungshüter, die durch die Pläne aufgeschreckt wurden. "Positiv ist eindeutig, dass Libra nicht zu verwechseln ist mit Bitcoin", sagte Hufeld. Denn im Gegensatz zu der stark schwankenden Cyberdevise soll Libra möglichst stabil sein, indem der Wert an einen Korb von Währungen gekoppelt ist. Gerade für Entwicklungsländer, in denen das Bankensystem nicht weitentwickelt ist, sei Libra auch eine Chance. "Es gibt Länder, da ist das ein signifikanter Zugewinn an wirtschaftlicher Freiheit, an wirtschaftlichen Möglichkeiten." (APA, 26.6. 2019)