Präsident Hassan Rohani lässt sich am "Nationalen Nukleartag" im April des Vorjahrs neue Technologien erklären.

Foto: Iranian Presidency Office via AP

Teheran / New York / Washington – Der Iran wird am Donnerstag nach eigenen Angaben die zulässige Menge niedrig angereicherten Urans überschreiten und damit erstmals gegen das internationale Atomabkommen verstoßen. Die Vereinbarung mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland vom Juli 2015 sieht vor, dass der Iran maximal 300 Kilogramm auf 3,67 Prozent angereichertes Uran besitzen darf.

Die Europäer haben Teheran für den Fall eines Verstoßes gegen das Atomabkommen mit Konsequenzen gedroht. US-Präsident Donald Trump hatte das Atomabkommen vor einem Jahr aufgekündigt und verfolgt eine Politik des "maximalen Drucks" auf den Iran. Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben in den vergangenen Monaten massiv zugenommen. Der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne über dem Golf von Oman durch den Iran brachte beide Länder unlängst an den Rand eines Krieges.

"Volle Verantwortung"

Der Iran macht weiterhin eine Aufhebung der US-Sanktionen zur Bedingung für Gespräche über sein Atomprogramm. "Solange die illegalen Sanktionen in Kraft sind, kann nicht erwartet werden, dass man dem Angebot eines ernsthaften und vertrauenswürdigen Dialogs trauen kann", sagte der iranische UN-Botschafter Majid Taht Ravanckhi am Mittwoch. Der Iran könne und wolle auch nicht länger die Lasten zur Bewahrung des Atomabkommens schultern. Wenn die anderen Vertragspartner nichts unternähmen, um das Abkommen zu retten, müssten sie "die volle Verantwortung für mögliche Konsequenzen" tragen.

US-Präsident Trump sagte unterdessen, sollte es keine neues Abkommen mit dem Iran geben, mache ihm das nichts aus. "Ich habe unbegrenzt Zeit." (APA, 27.6.2019)