Im Jänner 1959 brach eine Gruppe von zehn jungen Leuten auf, um den Otorten, einen Berg im Uralgebirge, mit Skiern zu bezwingen. Einer von ihnen, Juri Judin, musste jedoch wegen gesundheitlicher Probleme umkehren, er ist der Einzige, der lebend wieder das Tal erreichte.

Igor Djatlow und Ljudmila Dubinina verabschieden sich von Juri Judin.
Foto: Teodora Hadjiyska

Igor Djatlow, der Anführer der Gruppe, nach dem die Passhöhe benannt wurde, auf der sich Tage später ein mysteriöses Unglück ereignen sollte, geht mit den anderen Gruppenmitgliedern weiter.

Igor Djatlow.
Foto: Teodora Hadjiyska

Am 1. Februar stellen sie ihr Zelt nahe der Passhöhe auf. Was in den folgenden Nachtstunden geschieht, ist bis heute ungeklärt. Fest steht nur, dass die neun Menschen das Zelt in Panik verlassen und kaum bekleidet in die klirrend kalte Nacht stürmen. Keiner von ihnen überlebt.

Die Gruppe kämpft sich durch den Schneesturm.
Foto: Teodora Hadjiyska

Doch was oder wer hat sie veranlasst, das schützende Zelt zu verlassen? Eine Frage, die auch heute noch – 60 Jahre später – weltweit zu wildesten Spekulationen Anlass gibt.

Was führte zum Tod?

Die Theorien reichen dabei von wissenschaftlich-fundiert bis esoterisch-verschwörungstheoretisch. Unterschiedliche Wetterphänomene wurden als Auslöser der Panik, die im Zelt ausgebrochen sein muss, identifiziert, aber auch der Yeti und ein Besuch von Außerirdischen wurden ins Spiel gebracht.

Hat ein Schneemensch die Wanderer auf dem Gewissen?
Foto: Teodora Hadjiyska
Grabstätte in Jekaterinburg mit Fotos der neun jungen Menschen.
Foto: Teodora Hadjiyska

Das mysteriöse Ereignis am Djatlow-Pass ist jedenfalls auch für die russischen Behörden noch immer von großem Interesse. Im Februar 2019 wurden die Akten aus dem Jahr 1959 von der Staatsanwaltschaft erneut geöffnet, und eine Untersuchungskommission soll die Hintergründe dieser Nacht vom 1. auf den 2. Februar erneut beleuchten. Ob neue Erkenntnisse die tragischen Todesfälle tatsächlich restlos klären werden, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls handelt es sich bei diesem Unglück um eines der rätselhaftesten Ereignisse in der russisch-sowjetischen Geschichte.

Die originalen Schwarz-Weiß-Bilder wurden dem Blogger von Teodora Hadjiyska zur Verfügung gestellt. Ihre umfangreiche Seite dyatlovpass.com sei allen empfohlen, die noch mehr Informationen zum Djatlow-Pass-Unglück sammeln möchten. (Kurt Tutschek, 28.6.2019)