Jony Ives (r.) Kreationen sind nur schwer reparierbar.

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Der Abgang von Star-Designer Jony Ive von Apple nach fast drei Jahrzehnten sorgte für Trauer bei Technologie-Fans. Immerhin präsentierte das US-Unternehmen unter der Regie des 52-jährige Briten untere anderem iPod, iPhone, iPad und die Apple Watch. Sein Stil sorgte für dünnere, hellere und schnittigere Geräte. Doch es war längst nicht alles so genial, wie "Vice" berichtet.

Im Gegenteil: Ives Ära hat demnach die gesamte Branche in eine schlechte Richtung gedrängt und hinterlässt damit ein schweres Erbe. Denn Ives und damit Apples Produkte sind nur schwer reparierbar und sind zumeist auch keinem Upgrade zugänglich.

Eine Apple Watch Series 4.
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Vom festgeklebten Akku bis zur staubigen Tastatur

Ein paar Beispiele: Unter Ive begann Apple damit, Akkus in Laptops und Smartphones mit Superkleber festzukleben, um Platz zu sparen. Das ging auf Kosten der Haltbarkeit. Bei AirPods dasselbe. Man kann die Batterie nicht von der Plastikhülle rundherum trennen, ohne den Akku dabei zu zerstören. Er ist also unersetzbar.

Die Tastatur beim MacBook Pro wurde ebenfalls dünner als zuvor gestaltet, ist dadurch aber anfällig für Staub und Brösel. Zudem kann man sie nur schwer reparieren. Es kann also vorkommen, dass die komplette Tastatur ausgetauscht werden muss, obwohl nur eine Taste kaputt ist.

Ein MacBook Pro.
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Und zu guter Letzt sorgte auch das iPhone 6 Plus für Unmut, weil das Display bei einigen Besitzern viel zu schnell kaputt ging. Apple hat die Betroffenen jedoch monatelang vertröstet, ehe ein Reparaturprogramm gestartet wurde – für 149 US-Dollar wohlgemerkt.

Ein iPhone 6 Plus.
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Philosophie greift um

Die Firmen-Philosophie drängt Nutzer dazu, lieber die neuesten Produkte zu kaufen und alte zu entsorgen, reparieren kann man sie ja nicht oder nur schwer. Und das Verheerende daran: Aufgrund des großen Erfolgs der Apple-Geräte hat diese Philosophie die gesamte Technologie-Branche beeinflusst, etwa auch Samsung, HTC und Huawei. Die Umwelt ist der großer Verlierer, während Ive und Apple weiter gefeiert werden. (red, 4.7.2019)