Beim Galaxy Fold heißt es weiter: Bitte warten.

Foto: Kelvin Chan / AP

Anfang des Jahres waren sich viele in der Smartphone-Branche sicher: Die Zukunft liegt bei faltbaren Geräten. Und nicht nur das, diese Zukunft schien auch bereits in greifbarer Nähe. Immerhin standen zu diesem Zeitpunkt mit Samsung und Huawei die zwei weltweit größten Smartphone-Hersteller knapp vor der Veröffentlichung entsprechender Geräte. Seitdem ist der Hype allerdings gehörig abgeflaut. Aufgrund von technischen Problemen mussten sowohl Samsung als auch Huawei den Marktstart ihrer faltbaren Smartphones auf unbestimmte Zeit verschieben.

War noch nicht fertig

Nun lässt Samsung-Co-Chef DJ Koh mit ungewohnt offenen Aussagen aufhorchen: Gegenüber The Independent betont Koh, dass der abgesagte Launch des Galaxy Fold "peinlich" war. Und dafür übernehme er persönlich die Verantwortung: "Ich habe es durchgedrückt, obwohl es noch nicht fertig war". Samsung musste Ende April die Veröffentlichung des knapp 2.000 Euro teuren Devices nur wenige Tage vor dem anvisierten Launch-Termin absagen. Zuvor waren die Testgeräte mehrerer IT-Journalisten innerhalb kurzer Zeit defekt geworden.

Bitte warten

Die neue Offenheit bei Samsung hat natürlich einen guten Grund: Geht es doch darum die Interessenten weiter zu vertrösten. So versichert Koh zwar, dass man derzeit bereits 2.000 Stück einer neuen Version des Galaxy Fold teste, und auch dass man sämtliche Problembereich identifiziert habe. Gleichzeitig scheint man mit der überarbeiteten Variante aber noch nicht komplett zufrieden zu sein, man brauche jedenfalls noch etwas Zeit, wie es Koh formuliert. Das widerspricht aktuellen Berichten, in denen davon zu hören war, dass Samsung schon bald einen zweiten Versuch für den Galaxy-Fold-Launch plant. Die aktuellen Aussagen legen nun nahe, dass man eine Wiederholung der Ereignisse von Ende April unbedingt verhindern will, und deswegen diesen Termin noch einmal verschoben hat.

Konkurrenz

Allzu groß ist der Zeitdruck derzeit aber ohnehin nicht. Denn auch der größte Konkurrent in diesem Bereich hat derzeit mit Problemen zu kämpfen. Mitte Juni hat Huawei den Launch des "Mate X" verschoben. Auch da gab man sich bei der Begründung erfrischend offen: Man wolle kein Produkt vorstellen, dass das eigene Ansehen beschädige, hieß es damals. (apo, 2.7.2019)