Fethullah Gülen, Feindbild des türkischen Präsidenten Tayyip Erdoğan.

Foto: Reuters / Charles Mostoller

Ankara – Knapp drei Jahre nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei haben die türkischen Behörden Haftbefehle gegen weitere 120 Verdächtige ausgestellt. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul, Izmir und Konya ordnete am Dienstag die Festnahme von 122 Menschen an, die Verbindungen zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen haben sollen.

Ankara wirft der Bruderschaft vor, den Staatsdienst unterwandert zu haben und hinter dem Putschversuch zu stehen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden im westtürkischen Izmir und im zentralanatolischen Konya 42 beziehungsweise 40 Soldaten gesucht, von denen ein Teil in der Vergangenheit bereits aus dem Dienst entlassen worden war. Die Staatsanwaltschaft Istanbul schrieb nach eigenen Angaben 40 Soldaten zur Fahndung aus. Insgesamt wurden im Laufe des Vormittags 41 der Gesuchten festgenommen.

Auch knapp drei Jahre nach dem Umsturzversuch vom 15. Juli 2016 werden noch immer fast wöchentlich mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen. In den vergangenen Monaten wurden insbesondere Armeeangehörige verhaftet, die verdächtigt werden, Telefonkontakte mit führenden Kadern der Gülen-Bewegung gehabt zu haben. Kritiker sehen die Festnahmen als willkürlich an und warnen, die Rechte der Verdächtigen würden nicht gewahrt. (APA, 2.7.2019)