Das Great Barrier Reef ist eines der großen Naturwunder der Welt – aber leider eines der fragilen Art.
Foto: Reuters/MATT CURNOCK/TROPWATER

Townsville – Das größte Korallenriff der Welt erhält eine Auffrischung aus dem Labor: Das Australian Institute of Marine Science (AIMS) will das Great Barrier Reef vor der Ostküste des Kontinents mit Korallen stärken, die eigens für diesen Zweck gezüchtet wurden. Laut AIMS wurden Korallen des wärmeren nördlichen Teils des Riffs mit solchen derselben Art aus kühleren Regionen des Riffs gekreuzt, die bislang weitgehend gesund geblieben sind. Die Forscher hoffen, dass sich so die Widerstandskraft der Tiere gegenüber steigenden Wassertemperaturen erhöhen lässt.

Stichwort Korallenbleiche

Das mehr als 2.300 Kilometer lange Riff war 2016 und 2017 von sogenannten Korallenbleichen betroffen, rund 30 Prozent der Korallen verendeten damals. Bei einer Bleiche sterben Photosynthese betreibende Einzeller ab, die mit den Korallen in Symbiose leben, sie mit Nährstoffen versorgen und auch für ihre Färbung verantwortlich sind.

Geraten diese Einzeller – etwa durch erhöhte Temperaturen – unter Stress, sondern sie giftige Substanzen ab und werden von den Korallen abgestoßen. Diese Notmaßnahme nimmt den Korallen aber nicht nur die Farbe, sondern mittelfristig auch die Überlebensfähigkeit. Wenn eine solche Bleiche länger andauert, sterben die Korallen ab.

Erste Erfolge

In einer ersten Testphase seien Hunderte im Labor herangezüchtete Baby-Korallen im März im Riff eingesetzt worden und hätten überlebt, teilte das Institut mit – ein vielversprechender Anfangserfolg. Das sogenannte Assisted-Gene-Flow-Projekt sei eines von mehreren, mit denen man die Korallen widerstandsfähiger gegen steigende Wassertemperaturen in den kommenden Jahrzehnten machen wolle, sagte Line Bay, eine Forscherin des Instituts. (red, APA, 2. 7. 2019)