Ein Screenshot aus einem undatierten Video des russischen TV-Senders RU-RTR zeigt, wie ein Mini-U-Boot von einem Tauchgang zum Wrack der gesunkenen Kursk zurückkehrt.

Foto: RU-RTR Russian Television via AP

Moskau – Bei einem Brand in einem russischen U-Boot sind am Montag 14 Matrosen an Rauchgasvergiftung gestorben. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau laut russischen Agenturen am Dienstag mitteilte, befindet sich das Boot mittlerweile auf einer Militärbasis in der nordrussischen Stadt Seweromorsk.

Die Unfallursache ist noch unklar, eine Untersuchung wurde eingeleitet. Bisher ist nicht bekannt, um welchen Bootstyp es sich handelt. Laut der russischen Nachrichtenseite RBC handelt es sich um das neue atomgetriebene U-Boots AS-12 Loscharik, das wegen seiner speziellen Konstruktion besonders tief tauchen kann.

Das Feuer sei bei Forschungsarbeiten in den tiefen Gewässern der Barentsee ausgebrochen, so das Verteidigungsministerium. Die Besatzung sollte Messungen auf dem Meeresboden vornehmen. Per Strand, ein Sprecher der norwegischen Behörden, teilte am späten Dienstagabend mit, man habe bisher keine erhöhte Radioaktivität gemessen.

Man sei in Kontakt mit den Russen, die mitgeteilt hätten, dass es an Bord des Wasserfahrzeugs zu einer Gasexplosion gekommen sei. Kurz darauf dementierte die Agentur Interfax diese Meldung.

Zwei "Helden Russlands" tot

Präsident Wladimir Putin bestellte noch am Dienstagabend Verteidigungsminister Sergeij Schoigu in den Kreml und trug ihm auf, sofort nach Seweromorsk zu reisen. Nach dem Treffen gaben Putin und Schoigu eine Pressekonferenz, bei der der Präsident bekanntgab, dass sieben der 14 Todesopfer Offiziere gewesen seien, zwei davon Träger des Ordens "Held Russlands".

Der Name des Bootes bezieht sich auf die Zeichentrickfigur Loscharik, ein aus kleinen Kugeln zusammengesetztes Spielzeugpferdchen (Loschad – Pferd, Scharik – Kügelchen). Das hochgeheime Projekt wurde erst im Jänner 2015 im Westen bekannt, als ein Fernsehteam nach einem Fotoshooting entdeckte, dass im Hintergrund auf einem der Bilder ein U-Boot zu sehen war.

2000 starben 118 Matrosen

Die schwerste Katastrophe mit einem russischen Atom-U-Boot ereignete sich im Jahr 2000, als die Kursk bei einer Übung in der Barentssee wegen eines defekten Torpedos sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder starben. Bei einem Unglück auf dem russischen Atom-U-Boot Nerpa starben 2008 während einer Testfahrt im Japanischen Meer 20 Menschen. (APA, 2.7.2019)