Es ist ein historischer Ort wie selten einer auf dieser Erde. Vor 50 Jahren war das Mission Control Center (MCC) der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston, Texas, das Epizentrum eines historischen Ereignisses: Von hier aus wurden im Juli 1969 Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Rahmen der Apollo-11-Mission als erste Menschen zum Mond geleitet.

Lange Jahre nach dieser Hochzeit der Raumfahrt standen die Bedienungspulte und Bildschirme ungenutzt herum. Nun endlich wurden die Anlagen, die seit 1985 unter Denkmalschutz stehen, anlässlich des besonderen Jubiläums komplett renoviert. Die Arbeiten zur Rekonstruktion des Zentrums dauerten mehrere Jahre.

Das Ergebnis ist ein lebendiges museales Erlebnis, das einen mitten in die Anfänge der Raumfahrtära versetzt: Kaffeetassen stehen herum, Akten liegen auf Pulten – gerade so, als ob sie jeden Moment jemand benötigen wird. Die großen Bildschirme komplettieren den Eindruck, dass hier etwas wirklich Dramatisches im Gange ist.

Hier wurde Geschichte geschrieben: Das Mission Control Center (MCC) der Nasa in Houston.
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Erste Schritte ins All

Das Mission Control Center belegt den dritten Stock des Gebäudes 30 im Johnson Space Center der Nasa in Houston. Von diesem vergleichsweise unscheinbaren Ort aus wurden Missionen geplant und ausgeführt, die die Menschheit erstmals über die Grenzen der Erde hinausgeführt haben und letztlich die ersten Schritte auf einem anderen Himmelskörper ermöglicht haben.

Das MCC war bereits während des Gemini-Programms der gerade erst geborenen Nasa gefordert, als es darum ging, Astronauten und Raumschiffe erstmals mit den harschen Bedingungen des Weltraums vertraut zu machen. Die Apollo-Missionen folgten, und nach diesen wurde von hier aus auch Skylab koordiniert. Schließlich leitete das MCC eine Zeitlang auch das alles verändernde Spaceshuttle-Programm.

Bedrohte Raumfahrtgeschichte

1992 wurde das Center schließlich aufgrund einer Kombination von Budgetproblemen und Veralterung der Technik aufgegeben. Vieles dort verkam in den folgenden Jahren. 2015 war die historische Anlage so weit verfallen, dass sie vom National Park Service tatsächlich als "bedroht" eingestuft werden musste.

Die Technik von damals mag einfach erscheinen – und doch verhalf sie zwischen 1969 und 1972 zwölf Menschen zum Mond und wieder zurück.
Foto: AP/Michael Wyke

Letztlich benötigte es fünf Jahre und die Sammlung von fünf Millionen US-Dollar, um das ambitionierte Projekt zur Rettung des MCC auf die Beine zu stellen. Im Oktober 2018 begann die Arbeit mit dem Ziel, das Mission Control Center wieder in seinen Originalzustand zu versetzen.

Um dies zu ermöglichen, wurden Zeitzeugen interviewt, Fotos analysiert, Videos und zahllose andere Archivmaterialien untersucht, und letztlich wurde alles versucht, um das Mission Control Center so authentisch wie möglich wiederherzustellen.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die Räume in jenen Zustand zu versetzen, in dem sie sich im Juli 1969 befanden, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten, während Michael Collins über ihren Köpfen im Kommandomodul Columbia den Erdtrabanten umkreiste. Die einzigen Elemente dieses historischen Raums, die verändert wurden, sind jene Konsolen, die an die Apollo-15-Missionen angepasst wurden. (Thomas Bergmayr, 3.7.2019)