Totale Finsternis am Himmel über El Molle in Chile.
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Santiago de Chile/Buenos Aires – Die schlechte Nachricht zuerst: Bleibt man in Österreich, wird man auf die nächste totale Sonnenfinsternis noch sehr lange warten müssen: nämlich bis zum 3. September 2081. Bis dahin hilft nur verreisen, wenn man ein solches Himmelsspektakel bewundern will.

Kurz bevor sich der Mond vollständig vor die Sonne schiebt, entsteht der sogenannte Diamantring-Effekt, da die Oberfläche des Erdtrabanten unregelmäßig geformt ist und ein bisschen Licht durchlässt.
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Argentinien und Chile hingegen waren jetzt an der Reihe – und werden es im Dezember 2020 erneut sein, dann allerdings ein Stück weiter im Süden ihrer langgestreckten Staatsgebiete. An einem bestimmten Ort ist eine totale Sonnenfinsternis im Schnitt nur etwa alle 360 Jahre zu sehen.

Bei den Sichtschutzmasken gab es viel Raum für individuelle Gestaltung.
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Zehntausende Menschen konnten gestern mitverfolgen, wie sich der Mond vor die Sonne schob. Der Schatten des Mondes traf zunächst nahe der Stadt La Serena auf die chilenische Pazifikküste und zog dann in südöstlicher Richtung über Argentinien hinweg.

Über dem abendlichen Buenos Aires stand anstelle einer Mond- eine Sonnensichel.
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Am frühen Abend kurz vor Sonnenuntergang streifte der Mondschatten den Großraum Buenos Aires. Allerdings war die Sonnenfinsternis für die Bewohner der Millionenmetropole am Rio de la Plata nicht mehr gut zu sehen, da der Himmel leicht bedeckt war und kurz darauf die Sonne ohnehin unterging.

Beobachtete Beobachtung.
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In der Hochebene von San Juan beobachteten am Dienstag zahlreiche Menschen das Spektakel durch spezielle Sonnenbrillen, Teleskope oder ihre mit Filtern bestückte Fotokameras. Über verschiedene Livestreams konnten auch Menschen auf der ganzen Welt die Sonnenfinsternis mitverfolgen.

Die Sonnenfinsternis von Bord eines Flugzeugs über Chile aus gesehen.
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Es sei die erste totale Sonnenfinsternis in Argentinien im Zeitalter der sozialen Netzwerke, sagte die Astronomin Carolina Chavero von der Universität Cordoba der Zeitung "La Nacion". "Meine Oma hat mir immer von der Sonnenfinsternis 1947 erzählt, als sie auf dem Land lebte. Sie hat gesehen, wie es dunkel wurde, die Tiere einschliefen und der Hahn krähte. Es muss unheimlich gewesen sein, ohne zu wissen, was passiert. Heute ist das eine andere Geschichte."

Ein Hotspot der internationalen astronomischen Forschung, das La-Silla-Observatorium in Chile, hatte den perfekten Blick auf das Ereignis.
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Auch viele Wissenschafter waren in die Region gekommen, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Atacama-Wüste in Chile und die argentinische Provinz San Juan gelten aufgrund der klimatischen Bedingungen und des meist wolkenfreien Himmels als ideal für astronomische Beobachtungen. Am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile führten die Forscher während der Sonnenfinsternis eine Reihe von wissenschaftlichen Beobachtungen durch. Schließlich hatte auch die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 2017, die über den USA zu sehen war, im Anschluss für eine wahre Flut an Papers in astronomischen Fachmagazinen gesorgt. (red, APA, 3. 7. 2019)

Die Phasen der aktuellen Finsternis – und in eineinhalb Jahren steht in den betreffenden Ländern schon die nächste an.
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