Publizist Dirk Maxeiner im Blog achgut.com zur Debatte um Verhaftung und Freilassung der Kapitänin der Sea-Watch 3, Carola Rackete:

"Er ist wieder da, der hässliche Deutsche, gerne auch bunt, weiblich und mit Rasta-Zöpfen, aber ansonsten ganz der Alte, nur dass er der Welt nicht den Krieg, sondern den Frieden erklärt. (...) Der Vater von Carola Rackete empfiehlt seiner Tochter jedenfalls, andere Saiten aufzuziehen: 'Leider kann sie kein Italienisch. Sonst würde sie Innenminister Matteo Salvini einen Satz rote Ohren verpassen.' Das ist genau der Ton, den andere Völker an den Deutschen so schätzen. (...)

Fußballweltmeister war einmal, jetzt sind wir Moralweltmeister und haben offenbar das Bedürfnis, die Welt mit einem Auftreten wie Graf Rotz zu retten, der im Hafen von Lampedusa lieber Kleinholz macht, als sich den Weisungen der italienischen Küstenwache zu fügen. (...) Man reibt sich wirklich die Augen, wie schnell die herrschenden Kreise komplett ins Irrationale und Anmaßende gekippt sind und dem Rest Europas und so manchem darüber hinaus Lektionen erteilen."

Die Sea-Watch 3 auf See.
Foto: REUTERS/Guglielmo Mangiapane

FDP-Politiker Bijan Djir-Sarai in der "Welt" über Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit:

"Rackete hat ihr Schiff entgegen dem ausdrücklichen Verbot der italienischen Behörden in den Hafen gesteuert. Sie wird trotz edler Motive für diese illegale Aktion die Verantwortung übernehmen müssen. Die Rechtsstaatlichkeit ist außerordentlich gefährdet, wenn unter Berufung auf gesinnungsethische Motive Gesetze gebrochen werden." (4.7.2019)