Gauff auf dem Weg zum Autogramme schreiben und ...

Foto: APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

Selfies schießen.

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Cori Gauff hat zwei Anliegen. Erstens will die 15-Jährige "Coco" genannt werden, zweitens will sie "die Größte aller Zeiten" werden, wie sie CNN vor zwei Jahren in die Kamera sagte. Nun ist das ein Vorhaben, das in den USA viele Jungsportler haben, seit ihrem Erstrundenauftritt in Wimbledon gegen die um 24 Jahre ältere Landsfrau Venus Williams, seit dem 6:4, 6:4 gegen eine fünfmalige Wimbledonsiegerin, ist vorstellbar, dass Coco den Tennisthron einmal besteigen und länger behaupten könnte.

Cori "Coco" Gauff ist von sich selbst ein wenig überwältigt, von ihrem Erfolg allerdings nicht wirklich überrascht.
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Vater Corey habe ihr den Floh ins Ohr gesetzt, als sie acht Jahre alt war. Seither setzt sich der Teenager aus Atlanta hohe Ziele. Andere mögen kleiner denken. "Ist das Vorhaben umgesetzt, frage man sich, was jetzt." Fast logisch ist es da, dass die siegreiche Juniorin der French Open 2018 gleich ihr erstes Gand-Slam-Turnier bei den Großen gewinnen will. In Runde drei steht Gauff nach einem 6:3, 6:3 über Magdalena Rybarikova jedenfalls schon. Die Slowakin war 2017 im Halbfinale von Wimbledon. Die nächste Gegnerin, Polona Hercog aus Slowenien, die am Freitag wartet, schreckt Gauff, die Nummer 313 der Welt, auch nur mäßig.

Auch die Women's Tennis Association wurde von Gauffs Coup überrumpelt, denn das WTA-Profil der in Delray Beach, Florida, residierenden Sensation ist immer noch ohne Foto. In Miami stand Gauff heuer schon in Runde zwei und holte dabei ein gutes Drittel ihres bisherigen Preisgelds von nur 75.011 Dollar.

Der neue Stern hat Venus Williams nicht nur geschlagen. Er ähnelt der älteren der Williams-Schwestern auch vom Spiel und von der Statur her. Und auch bei ihr spielt der Vater eine wichtige Rolle. Corey Gauff coacht seine Tochter und hält sie trotz des Aufstiegs auf dem Boden, sagte die ehemalige Klassespielerin Chanda Rubin. "Bei dem, was sie braucht, geht er sehr methodisch vor." Coco trainiert regelmäßig beim Coach von Serena Williams, die Agentur von Roger Federer vermarktet sie. Die Tenniswelt steht ihr dank ihrer Physis offen. "Ich schlage den Ball sehr hart. Aber bei meinen Anlagen liegt das auf der Hand", sagt sie selbst: "Ich bin mit 1,79 Metern ziemlich groß, habe lange Beine, lange Arme und dicke Muskeln." Der dreimalige Wimbledonsieger John McEnroe fand gewohnt starke Worte zum Phänomen Gauff: "Wenn sie mit 20 Jahren nicht die Nummer eins der Welt ist, werde ich absolut schockiert sein." (sid, red, 4.7.2019)