Selfie hier.

Foto: AP/Alessandro Di Marco

Selfie da.

Foto: AP/Alessandro Di Marco

Turin – "Amore mio" – eine ältere Dame mit Hut streichelte immer wieder zärtlich über den rechten Arm von Gianluigi Buffon. Die Torwart-Ikone, lässige Sonnenbrille, schickes weißes Hemd und rote Hose, nahm den liebevollen Empfang auf dem Vereinsgelände von Juventus Turin mit einem strahlenden Lächeln entgegen. Der Weltmeister von 2006 ist zurück bei seinem Herzensklub. Am Donnerstag absolvierte Buffon den Medizincheck, am Nachmittag kam die offizielle Bestätigung von Juve. Der Oldie erhielt einen Einjahresvertrag.

"Wenn die Familie ruft, ist die einzig mögliche Antwort: 'Ich bin hier'", schrieb Buffon auf Facebook und postete dazu ein Jubelbild aus seiner Juve-Vergangenheit. Bereits von 2001 bis 2018 war Buffon für die alte Dame gehechtet, er gehört zu den größten Spielern der Klubgeschichte und wird nun vorerst ein Jahr dranhängen. Als nominelle Nummer zwei hinter dem Stammkeeper Wojciech Szczesny.

"Ich komme zurück an einen Ort, den ich mein Zuhause nenne. Und ich tue es mit unveränderter Leidenschaft, endloser Liebe und absoluter Entschlossenheit", sagte Buffon.

Erfahrungen in Paris gesammelt

Mit 41 Jahren verfolgt der Altmeister – nun im Team von Superstar Cristiano Ronaldo – trotz der neuen Rolle weiter große sportliche Ziele. Er will endlich den Henkelpott des Champions-League-Siegers in den Händen halten. Dieser Traum hatte ihn auch zu seinem "Seitensprung" im Sommer 2018 zu Paris St. Germain bewegt, den er mit der Meisterschaft beendete. Den erhofften Königsklassen-Coup verpasste Buffon aber mit dem Team von Thomas Tuchel. "Ich gehe bereichert und zufrieden mit der Erfahrung, die mich wachsen lässt", schrieb Buffon zum Abschied.

Nun kehrt er zurück und setzte auf die Führungsqualitäten von Cheftrainer Maurizio Sarri. Neue Stars wie Ajax-Youngster Matthijs de Ligt, der in Turin hoch im Kurs steht, könnten die Chancen auf einen Europacup-Triumph vergrößern. Die Champions League ist aber längst nicht das einzige Ziel von Buffon. Er will auch seine zehnte italienische Meisterschaft gewinnen und kann darüber hinaus Rekordspieler der Serie A werden: Paolo Maldini hat mit 648 Einsätzen nur sieben Partien mehr als Buffon absolviert. Es ist damit zu rechnen, dass Buffon die Chance auf die Bestmarke eingeräumt wird. "Ich komme zurück nach Turin, weil ich weiß, dass ich meinen Teil beitragen kann. Ich komme zurück, weil man die Einladung einer Frau nicht ausschlagen kann. Ich komme zurück, weil es mein Zuhause ist", sagte Buffon.

Viele Beobachter rechnen damit, dass er mit Ende seiner sportlichen Laufbahn ins Management aufrücken könnte. Doch soweit ist es noch nicht. Der "ewige Gigi" ist noch nicht fertig. (sid, 4.7.2019)