Bei West Ham ist man sauer auf Marko Arnautovic.

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London/Wien – Selbst ein schlechter Deal scheint West Ham mittlerweile gut genug. Nach den zu Wochenbeginn befeuerten Spekulationen, dass Österreichs Fußball-Teamspieler Marko Arnautovic wieder den Weg nach China suche, hat sein englischer Noch-Arbeitgeber offenbar die Geduld verloren. West Ham ist laut Medienberichten bereit, seinen 30-jährigen Offensivstar für 25 Millionen Euro ziehen zu lassen.

Wenige Monate nach seiner Vertragsverlängerung habe Arnautovic ein Transferansuchen an West Ham gestellt – und nebenbei gleich alle Brücken hinter sich abgebrochen. So vermeldet es zumindest der gewöhnlich gut informierte Sender "Sky Sports News UK". "Jeder will ihn weg haben", hieß es unter Berufung auf Club-Quellen. Bei den Fans der Hammers hatte der Angreifer längst einen schweren Stand, nun ist offenbar auch der Verein um ein rasches Beziehungsende bemüht.

Alternativlos

Zwar habe West Ham das letzte Angebot des chinesischen Interessenten Shanghai SIPG über umgerechnet knapp 22 Millionen Euro als "unverschämt" zurückgewiesen. Die Verantwortlichen sorgen sich aber um die Teamstimmung – ein Abgang von Arnautovic sei diesbezüglich alternativlos. Die Londoner seien demnach bereit, Arnautovic selbst für einen "schrecklichen Deal" – wie ein Informant aus dem Clubumfeld zitiert wurde – ziehen zu lassen. 25 Millionen Euro hätte sich der Club vorgestellt. Im Jänner waren noch 40 Millionen Pfund (44,6 Mio. Euro) gefordert worden.

Das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht habe Arnautovic' Bruder und Manager Danijel Arnautovic. Dieser hatte gegenüber "Sky" gemeint, dass West Ham seinen Bruder lediglich benutze, um möglichst viel Gewinn zu lukrieren. "Er ist keine Kuh und kein Pferd, das man zum Markt bringt", sagte er am Dienstag in Bezug auf die Verhandlungstaktik von West Ham. Österreichs zuletzt torgefährlichster Fußballer sei "nur eine Nummer für sie".

Arnautovic weilt nach seinen Einsätzen im Nationalteam derzeit noch im Urlaub, während sein Teamkollegen in Bad Ragaz in der Schweiz die Saisonvorbereitung bestreiten. Ob der Wiener tatsächlich, wie eigentlich geplant, am Sonntag dazustößt, ist derzeit unwahrscheinlicher denn je. (APA, 5.7.2019)