Kickls Reiterstandarte hat laut einem Zeitungsbericht bisher 2,5 Millionen Euro gekostet. Das ist eine Menge Heu. Das Innenministerium äußert sich nicht zu dieser Zahl, sondern verlautet, das Projekt "Berittene Polizei" werde evaluiert.

Heißt "evaluiert", es wird geprüft, ob man die Gigerer überhaupt braucht? Ob der Leberkäs irgendeinen polizeilichen Wert hat, außer dekorativ auf der Donauinsel herumzutraben und grillende Migrantenfamilien zu schrecken? Ob die Würschtl nicht nur ein Kindertraum des abgesetzten Innenministers waren, der zu viele Kavalleriefilme gesehen hat?

Herbert Kickl besucht die Reiterstaffel der bayerischen Polizei.
Foto: APA/BARBARA GINDL

Der Chef der Polizeigewerkschaft, der christlich-soziale Reinhard Zimmermann, rechnet nun vor: "Für 2,5 Millionen Euro hätte man für die Bediensteten 14.500 neue Overalls oder 60.000 der benötigten neuen Poloshirts kaufen können. Oder um es überspitzt zu formulieren: 1,2 Millionen Liter Farbe zum Ausmalen unserer dringend renovierungsbedürftigen Inspektionen."

Oder noch schönere Fantasieuniformen für die höheren Polizeiränge! Oder Brillen für Einsatzpolizisten bei Klima-Demonstrationen, damit diese erkennen können, dass der Kopf eines Demonstranten nicht unter den Polizeibus gehört.

Wird der Traum des Herbert Kickl, erstmals seit den unruhigen Zeiten der Ersten Republik wieder eine berittene Polizei einsetzen zu können, ganz vergeblich gewesen sein? (Hans Rauscher, 5.7.2019)