Cori Gauff freut sich.

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Titelverteidiger Novak Djokovic besiegte Hubert Hurkacz

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Wimbledon – "Cocos" wundersame Wimbledon-Reise geht weiter: Durch ein sensationelles Comeback hat Tennis-Wunderkind Cori "Coco" Gauff (15) beim Grand-Slam-Klassiker in London das Achtelfinale erreicht. Die US-Amerikanerin kämpfte sich beim 3:6, 7:6 (9:7), 7:5 gegen Polona Hercog aus Slowenien nach Abwehr von zwei Matchbällen zurück. Daneben bestand auch Titelverteidiger Novak Djokovic den ersten echten Härtetest gegen den starken Polen Hubert Hurkacz mit Bravour.

Supertalent Gauff drehte bei ihrer Premieren-Vorstellung auf dem legendären Centre Court gegen die 13 Jahre ältere Hercog mit einer unwahrscheinlichen Energieleistung die Partie. Beim Stand von 3:5 und 4:5 im zweiten Durchgang vermied sie zweimal nur knapp die Niederlage. Nach letztlich 2:47 Stunden gewann Gauff dann das Match.

"Im Moment bin ich nur froh, dass es vorbei ist. Ich wusste immer, dass ich zurückkommen kann", sagte Gauff: "Ich bin einfach nur dankbar, dass das Publikum an mich geglaubt hat. Vielleicht wird der Centre Court mein Court."

Grand-Slam-Premiere

In den ersten beiden Runden hatte sie bei ihrer Grand-Slam-Premiere bereits Siege über Venus Williams und die Slowakin Magdalena Rybarikova gefeiert. Nun trifft sie in der Runde der letzten 16 am Montag auf die frühere Weltranglistenerste Simona Halep (Rumänien/Nr. 7). Jünger war beim Vorstoß ins Achtelfinale zuletzt 1991 Jennifer Capriati (USA), die später sogar bis ins Halbfinale kam.

Deutsche Spieler waren am Freitag keine im Einsatz. Ohnehin haben einzig Julia Görges gegen Serena Williams und Jan-Lennard Struff gegen den Kasachen Michail Kukuschkin am Samstag noch die Chance, in die zweite Woche des Rasen-Majors einzuziehen.

Djokovic besiegt Hurkacz

Djokovic musste sich beim 7:5, 6:7 (5:7), 6:1, 6:4 gegen den 22-jährigen Hurkacz derweil mehr quälen, als ihm womöglich lieb war. Exakt drei Stunden lang wurde der im Ranking Führende von der Nummer 48 gefordert. "Glückwunsch an Hubert für ein großartiges Spiel", sagte Djokovic: "Es war ein großartiger Kampf in den ersten Sätzen. Es hat Spaß gemacht."

Hurkacz spielte phasenweise spektakulär. Im zweiten Satz erarbeitete sich der 1,96-m-Schlaks mit einem spektakulären Becker-Hecht einen Satzball, im Tiebreak machte er einen wichtigen Punkt beinahe im Spagat. Djokovic war bemüht, die Ballwechsel lange offen zu halten und auf Fehler seines unerfahrenen Gegners zu warten. Das Problem: Diese kamen nicht.

Jedenfalls zunächst nicht, denn ab dem dritten Satz legte der Favorit die berühmte Schippe drauf. Plötzlich ging alles ganz schnell. Hurkacz konnte sein Niveau nicht ganz halten, Djokovic machte kaum noch Fehler.

Sein Finalgegner aus dem Vorjahr, Kevin Anderson, ist dagegen ausgeschieden. Der an Nummer vier gesetzt Südafrikaner unterlag Guido Pella (Argentinien/Nr. 26) 4:6, 3:6, 6:7 (4:7). Zuletzt hatte der 33-Jährige mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Vor seinem Start beim Vorbereitungsturnier in Queens hatte er eine mehrmonatige Pause einlegen müssen.(SID, 5.7.2019)