Federer mag Wimbledon.

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Roger Federer und Rafael Nadal steuern in Wimbledon weiter auf den Halbfinal-Schlager gegeneinander zu. Federer besiegte den als Nummer 27 gesetzten Franzosen Lucas Pouille nach 2:05 Stunden mit 7:5, 6:2, 7:6 (4). Davor hatte Nadal Pouilles Landsmann Jo-Wilfried Tsonga beim 6:2, 6:3, 6:2 in nur 108 Minuten keine Chance gelassen.

Federer, der am 8. August 38 Jahre alt wird, hat damit als erster Spieler in der Profiära (seit 1968) seinen 350. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert und qualifizierte sich in London bereits zum 17. Mal für das Achtelfinale. Dort trifft er auf Matteo Berrettini. Die Nummer 17 des Turniers rang Diego Schwartzman (ARG-24) im bisher längsten Spiel des Turniers in 4:19 Stunden 6:7 (5), 7:6 (2), 4:6, 7:6 (5), 6:3 nieder. Für den Italiener ist es das erste Major-Achtelfinale überhaupt.

Eine Zahl

Federer wollte der Zahl 350 nicht allzu viel Bedeutung beimessen, weil in früheren Zeiten die Stars noch gar nicht alle vier Majors gespielt hätten. "Erst in den vergangenen 20 Jahren haben alle begonnen, alle Majors zu spielen." Er ist sozusagen das altersmäßige Herren-Pendant zum 15-jährigen Jungstar Cori Gauff, die bei den Damen für Schlagzeilen sorgt.

"Coco hat hier einen tollen Auftritt und viele Herzen auf der Welt gewonnen", sagte Federer, dessen Auftritt am Samstag aber eher seinen Gegner alt aussehen ließ. "Ich weiß nicht wie viele Jahre mir noch bleiben, aber ich liebe es auf Gras zu spielen, das Spiel kommt mir da sehr natürlich vor." Federer könnte mit seinem 21. Major-Titel auch seinen neunten Wimbledon-Triumph feiern und damit mit Martina Navratilova an der Church Road gleichziehen.

Glatt

Nadal hat noch etwas länger Zeit, er ist 33. Der 18-fache Major-Sieger ist in der zweiten Runde vom Australier Nick Kyrgios weit mehr gefordert worden als am Samstag. Er schaffte seinen insgesamt 51. Sieg in Wimbledon und zog damit mit Björn Borg gleich. "Ich habe ein großartiges Match gespielt und heute Nachmittag sehr vieles gut gemacht", sagte Nadal.

Einer der ganz großen Namen des Herren-Tennis ist nach einer Hüftoperation froh, überhaupt in den Doppelbewerben am Start zu sein. Andy Murray schied allerdings an der Seite von Pierre-Hugues Herbert schon in Runde zwei gegen die Kroaten Nikola Mektic / Franko Skugor aus.

Unterbrochen

Das Spiel zwischen dem letzten verbliebenen Deutschen Jan-Lennard Struff und dem Kasachen Michail Kukuschkin musste wegen eines Notfalls im Publikum für über eine Stunde unterbrochen werden. Eine 60-jährige Frau war kollabiert. Danach siegte Kukuschkin 6:3, 7:6 (5), 4:6, 7:5.

Schon davor hatte es abgesehen von den Top 3 im Ranking immerhin noch ein Top-Ten-Mann in die zweite Wimbledon-Woche geschafft: Kei Nishikori (JPN-8) besiegte Steve Johnson (USA) 6:4, 6:3, 6:2 und feierte seinen 400. Sieg auf der Tour. Er trifft nun auf Kukuschkin. (APA, 6.7.2019)