Die Costa Deliziosa wie sie im Juni in Venedig einläuft.

Foto: REUTERS/Manuel Silvestri

Venedig – In Venedig ist am Sonntagabend nur knapp ein neuer Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff vermieden worden. Der Bürgermeister der Lagunenstadt reagiert empört: Luigi Brugaro warf der italienischen Regierung vor, keine Maßnahmen für ein Verbot der Kreuzfahrtschiffe aus dem Giudecca-Kanal ergriffen zu haben.

Die Costa Deliziosa, ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Costa Crociere, ist während eines schweren Gewitters mit Hagel und Wind in Venedig unweit des Markusplatzes außer Kontrolle geraten, berichteten italienische Medien am Sonntagabend.

Ein Video, das die Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlichte, zeigt die Beinahekollision.
La Repubblica

Laut der Hafenbehörde verfehlte das Schiff nur knapp eine Jacht und andere Wassergefährte, die sich am Ufer Riva Sette Martiri befanden. Das Schiff wurde aus dem Hafen geschleppt. Eine Sirene ertönte, während Schlepper versuchten, das Kreuzfahrtschiff wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Die Passagiere in den Wasserbussen gerieten in Panik.

Ermittlungen angeordnet

Die Staatsanwaltschaft von Venedig leitete eine Untersuchung ein. Auch Verkehrsminister Danilo Toninelli ordnete Ermittlungen über der Vorfall an. Erneut ertönte die Forderung, Kreuzfahrtschiffe aus Venedig zu verbannen.

Anfang Juni war in Venedig ein Kreuzfahrtschiff mit einem Ausflugsschiff im zentralen Giudecca-Kanal zusammengestoßen und hatte eine Anlegestelle gerammt. Wie durch ein Wunder wurden nur vier Menschen verletzt. Stadt, Regierung und Umweltverbände können sich seit Jahren nicht auf eine alternative Anlegestelle für die Kreuzfahrtschiffe in Venedig einigen. (APA, 8.7.2019)