Die Liste Jetzt von Peter Pilz und Maria Stern hat in der Debatte über Parteienfinanzierung eine Karikatur publiziert, die Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger herabwürdigend als Hündin darstellt.

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Wien – Die Liste Jetzt hat in der Debatte über Parteienfinanzierung eine Karikatur publiziert, die Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger herabwürdigend als Hündin darstellt, die nach einer Wurst schnappt, die ihr Neos-Förderer und Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hinhält. Die Zeichnung wurde im Onlinemagazin der Liste, zackzack.at, publiziert. Die Neos reagierten empört.

Der Vergleich von Menschen mit Tieren hatte zuletzt für Empörung gesorgt, als der ehemalige FPÖ-Vizebürgermeister von Braunau in einem Gedicht unter dem Titel "Die Stadtratte" unter anderem Migranten mit den Nagetieren verglichen hatte.

Donig fassungslos

Neos-Generalsekretär Nick Donig zeigte sich "fassungslos über den frauenfeindlichen und respektlosen Cartoon". "Das ist sogar noch unter FPÖ-Niveau und zeigt, der alte weiße Mann Peter Pilz hat auch im Abgang nichts gelernt. Weder was den Umgang mit Frauen noch was eine anständige politische Debatte betrifft", so Donig in Anspielung auf die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Peter Pilz.

Nun sei auch klar, warum das durch das Parlament gepeitschte Parteienfinanzierungsgesetz von Jetzt, FPÖ und SPÖ so grottenschlecht sei. "Wer mit Schaum vor dem Mund Gesetze schreibt, trägt nichts zur Transparenz bei, sondern vergiftet die Stimmung", so Donig.

Jetzt wirft Neos Zensurversuch vor

Die Liste Jetzt beziehungsweise deren Onlinemagazin zackzack.at hat die Kritik an der Karikatur von Neos-Chefin Meinl-Reisinger als Zensurversuch zurückgewiesen. Neos-Generalsekretär Nick Donig habe Jetzt-Chefin Maria Stern angerufen, um sie zur Löschung der Karikatur aufzurufen, ließ das Magazin wissen.

Die Liste Jetzt sieht die Neos unter Druck, weil diese seit dem neuen Parteifinanzierungsgesetz nicht mehr wissen, "wie sie an die pinke Großwurst kommen können". Hintergrund der Karikatur sei die Rede von Pilz im Nationalrat gewesen, in der es um "Großwurstspender" und ihre "Parteidackeln" gegangen sei.

Pilz kommentierte am Montagnachmitag die jüngste Haselsteiner-Spende in Höhe von 300.000 Euro, also bevor die neue Spendenregelung in Kraft tritt, mit den Worten: "Unsere Karikatur wird schon nach wenigen Stunden von der Wirklichkeit übertroffen." (APA, 8.7.2019)