Die Zahl der Mittelmeerüberfahrten sinkt weiterhin.

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Auch wenn die intensiv geführte Debatte über die Aktivitäten von Kapitänin Carola Rackete und anderen Seenotrettern es nicht vermuten lässt, ist die Zahl der Mittelmeerüberquerungen von Flüchtlingen und Migranten nach Italien im ersten Halbjahr 2019 auf einen Tiefststand der vergangenen Jahre gesunken.

Laut den Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten zwischen Jänner und Juni 2019 durchschnittlich 15 Personen pro Tag aus Nordafrika kommend italienisches Staatsgebiet. Im Vergleichszeitraum 2018 lag der Wert sechsmal, im bisherigen Rekordhalbjahr von Juli bis Dezember 2016 rund 40-mal höher.

Auch die Zahl der Ankünfte in den beiden anderen Hauptzielländern, Griechenland und Spanien, hat laut UNHCR im Vergleich zu den Vorjahren spürbar abgenommen. Im abgelaufenen Juni wurden 7.990 Ankünfte in den Häfen der drei Anrainerstaaten registriert, das ist der niedrigste Juni-Wert seit Beginn der systematischen Erfassung 2014.

Die meisten in der EU registrierten Personen stammen aus den Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens sowie aus Subsahara-Afrika. Die häufigsten Herkunftsnationen waren im ersten Halbjahr 2019 Afghanistan (3.349 Ankünfte), Marokko (2.855) und Syrien (2.542).

Nicht überlebt haben laut UNHCR den Versuch einer Überfahrt über das Mittelmeer heuer 667 Menschen. Insgesamt starben zwischen 2014 und 2018 nach Schätzungen 17.821 Personen auf dem Weg über das Mittelmeer. (mcmt, 9.7.2019)