Der deutsche Bundestag hat im Mai in einem fraktionsübergreifenden Antrag Boykottaufrufe gegen Israel verurteilt.

Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke

Betrifft: "Debatte um Israel-Boykott: Viel Lärm um BDS", einen Kommentar der anderen von John Bunzl

Das Ziel (des BDS, Anm.) ist das Ende des jüdischen Staates, daran haben prominente BDS-Aktivisten (...) nie einen Zweifel gelassen, und auch die Kernforderungen der Bewegung laufen darauf hinaus. Ein israelisch-jüdisches Volk hat in den Vorstellungen von BDS deshalb genau gar keinen Platz. Dass von der BDS-Bewegung alles boykottiert wird, was ihr auch nur entfernt israelisch scheint – mit BDS sympathisierende jüdische Israelis oft genug genauso wie arabische Israelis oder gar amerikanische Juden –, macht überdeutlich, welcher abgrundtiefe völkische und antisemitische Hass die Bewegung auszeichnet. Es geht nicht um Handlungen, es geht um Herkunft.

Und diese Haltung, diese Motivation ist so endemisch, dass keine Rede davon sein kann, sie sei "absolut nicht typisch für BDS". Die Bewegung zieht Antisemiten an, weil sie selbst antisemitisch ist. Der Antisemitismus ist dort die Regel, nicht die Ausnahme. BDS ist deshalb tatsächlich gespenstisch, bloß haben sich keineswegs alle Mächte des alten Europa zu einer heiligen Hetzjagd verbündet, um das Gespenst zu vertreiben. Der Deutsche Bundestag hat lediglich den klugen Beschluss gefasst, ihm buchstäblich keinen Raum zu geben. Diesen Raum nimmt sich die BDS-Bewegung dafür andernorts, (...) etwa an britischen und amerikanischen Hochschulen. In der Linken in den meisten europäischen Ländern hat sie ohnehin einen festen Platz und ist dort diskursbestimmend, wenn es um den Nahen Osten geht. John Bunzl ist das offenbar noch nicht genug. (Alex Feuerherdt, 10.7.2019)