Großer Medienandrang in Reims.

Foto: REUTERS/Philippe Wojazer

Reims – Nach jahrelangem Rechtsstreit ist der bekannteste französische Komapatient Vincent Lambert tot: Der 42-Jährige starb am Donnerstagmorgen in der Uniklinik in Reims, teilte seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mit.

Lambert befand sich seit einem schweren Autounfall vor elf Jahren in einem vegetativen Zustand. Nach Einschätzung seiner Ärzte wäre eine weitere Behandlung "unverhältnismäßig" gewesen und hätte nur dazu gedient, sein Leben künstlich zu verlängern. Er wurde künstlich ernährt, war aber fähig, ohne Hilfe zu atmen. Von Zeit zu Zeit öffnete Lambert die Augen.

Streit unter Angehörigen

Der Fall beschäftigte seit Jahren die Gerichte und spaltet auch die Familie: Während Lamberts Frau und sechs Geschwister für ein Ende der Maßnahmen eintraten, wollten seine streng katholischen Eltern ihren Sohn um jeden Preis am Leben erhalten. Die Ärzte hatten die künstliche Ernährung vor gut einer Woche gegen den Widerstand der Eltern eingestellt.

In Frankreich ist Sterbehilfe illegal aber Ärzte dürfen sterbenskranke Patienten stark sedieren, was bei Lambert der Fall war. (red, APA, AFP, 11.7.2019)