Binnen 15 Minuten mussten IT-Mitarbeiter der RBI ihre Schreibtische räumen. Entweder sie finden binnen sechs Wochen einen neuen Job, oder sie müssen gehen.

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Wien – Der geplante Rauswurf von rund 50 IT-Mitarbeitern aus der Raiffeisen Bank International (RBI) hat nun die Betriebsräte von 14 Raiffeisen-Finanzgesellschaften auf den Plan gerufen. In einer Resolution geben sie ihrem "Erstaunen und Schrecken" Ausdruck, mit dem sie auf die beabsichtigte Auflösung der Dienstverhältnisse reagiert hätten. Der Strukturwandel der Bankenbranche sei ihnen bewusst, schreiben die Betriebsräte, sie hätten deswegen auch seit vielen Monaten "eine moderate Personalaufnahmepolitik" vorgeschlagen.

Die sei aber "zu unserem Erstaunen" nicht umgesetzt worden. Zwar sei der Personalstand im RBI-Konzern 2018 auf rund 47.000 gesunken – die Zahl der in Österreich Beschäftigten habe sich jedoch um rund acht Prozent erhöht. "Vorausschauende und ... verantwortungsvolle Personalpolitik schaut anders aus", kritisieren die Belegschaftsvertreter ihre Arbeitgeber.

Vorbild Konkurrenzbanken

Dass die 50 Leute (sie mussten ihren Schreibtisch sofort räumen) binnen sechs Wochen einen neuen Job im Haus finden müssen oder sonst gekündigt werden, stelle einen "Paradigmenwechsel" bei Raiffeisen dar. Die Absender fordern – wie schon der RBI-Betriebsrat – "mitarbeiterfreundlichere Vorschläge" für den Personalabbau wie Teilzeitmodelle oder Umschulungen. Konkurrenzbanken hätten ihre Abbauprogramme "vergleichsweise großzügiger" absolviert, so die Raiffeisen-Leute.

Die RBI will ihre Kosten-Ertrags-Quote bis 2021 von derzeit 57,5 auf 55 Prozent drücken. Die Bank hat im Jahr 2018 ein Rekordergebnis von 1,3 Milliarden Euro eingefahren. (Renate Graber, 11.7.2019)