Die Wohnung möglichst schnell abkühlen, so lautet die Devise.

Foto: imago images / Westend61

Wenn es abends draußen langsam ein wenig abkühlt, erwacht in unserer Wohnung der Ehrgeiz. Die heruntergelassenen Außenjalousien, die bei Hitze in der Wohnung tagsüber für Dunkelheit sorgen, werden per Knopfdruck hochgefahren, die Balkontür und sämtliche Fenster sperrangelweit aufgerissen. Nun wird quergelüftet, aber wie!

Richtiggehend euphorisch wird die Stimmung in unserer Wohngemeinschaft, wenn es draußen auch noch zu regnen beginnt, so wie vor einigen Tagen. Da peitschten – zumindest gefühlt – Wind und Regen durch das Wohnzimmer. Ich kramte meine gut verstaute Fernsehdecke hervor, die ich sonst nur im tiefsten Winter verwende.

Eine Runde High Fives

Was im Fernsehen lief, war längst zweitrangig geworden. Denn unsere Blicke wanderten im Minutentakt auf das digitale Thermometer über dem Sofa. Als die Temperatur innerhalb einer Stunde von 26 auf sensationelle 23,1 Grad sank, brach Jubel aus. Eine Runde High Fives für alle! Die neue Rekordtemperatur wurde fotografisch verewigt und mittels Whatsapp in die mehr oder weniger (leider eher weniger) interessierte Familiengruppe hinausgeschickt. So kalt war es in unserer Wohnung seit Wochen nicht.

Nun war unser Kampfgeist vollends geweckt, von abendlicher Müdigkeit keine Spur mehr. "Ich gehe nicht ins Bett, bevor wir nicht bei 22 Grad stehen", kündigte mein Mitbewohner an. Bei 22,5 Grad gab ich schließlich auf und ging ins Bett. Ich schlief ganz wunderbar und träumte von kalten Winterabenden und verregneten Herbstwochenenden.

Wieder 25 Grad

Der einzige Wermutstropfen: Am nächsten Tag traute ich beim Aufstehen meinen Augen kaum. Es hatte schon wieder 25 Grad in der Wohnung! Aber der nächste regnerische Abend kommt bestimmt. (25.7.2019)