Wiesberger schreibt in Schottland Geschichte.

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North Berwick/Silvis (Illinois) – Für Bernd Wiesberger läuft es bei den Golf-Scottish-Open in North Berwick weiter absolut nach Wunsch. Der Burgenländer verteidigte seine Führung auf der dritten Runde am Samstag erfolgreich und führt das Feld mit 193 Schlägen an. Für ihn gab es auch einen Eintrag in den Geschichtsbüchern, hatte doch in der Turniergeschichte noch nie jemand 20 unter Par vor der Schlussrunde auf dem Konto.

Wiesberger war dies zuvor in seiner Karriere auch noch nie gelungen. "Ein weiterer solider Tag in Schottland", postete der ÖGV-Star auf Facebook. Im Turnier-Interview zeigte er sich sehr erfreut über seine Performance. "Ich bin sehr zufrieden, wie ich den Ball geschlagen habe und dass ich wenig Fehler gemacht habe. Ich bin happy, gute Birdies geschafft und eine mittlere 60 erreicht zu haben", analysierte der 33-Jährige.

Platzrekord

Nach der ersten 61er-Runde seiner Karriere, die ihm auch einen Platzrekord auf dem Par-71-Kurs in Schottland gebracht hatte am Freitag, blieb Wiesberger diesmal im Renaissance GC mit einer 65 sechs Schläge unter Par. Bei sieben Birdies unterlief ihm nur ein Bogey auf dem 17. Loch. Der Oberwarter hat vor dem Finaltag einen Vorsprung von zwei Schlägen auf den Südafrikaner Erik van Rooyen (195). Der Franzose Romain Langasque und der Italiener Nino Bertasio teilen sich den dritten Rang (je 197).

"Ich werde eine ruhigen Abend haben, mich morgen aufwärmen und dann versuchen an die Leistungen anzuknüpfen", sagte Wiesberger. Das Wichtigste sei die Zeit auf dem Platz zu genießen und nicht zu weit nach vorne zu schauen. "Es ist noch viel Golf zu spielen", betonte der Führende. Der Ansicht ist auch Verfolger Van Rooyen, der nach zwei zweiten Plätzen in dieser Saison auf seinen Premierentitel auf der European Tour hofft. "Bernd und ich spielen hier sehr gut, aber es gibt noch viele andere Jungs, die das Turnier gewinnen können", sagte Van Rooyen.

Um sechsten Titel

Wiesberger kämpft beim dritten Rolex-Series-Event der Saison um seinen sechsten Titel auf der European Tour. Nach seinem Triumph in Farsö in Dänemark Ende Mai wäre es der zweite in der laufenden Saison sowie nach seinem Comeback. Zuletzt war er bei den Irish Open als Zweiter knapp am Erfolg vorbeigeschrammt. "Es hilft, dass ich in den letzten Wochen schon in dieser Situation war, aber es ist trotzdem immer ein bisschen nervenaufreibend und auch bei jedem Turnier etwas anders", sagte der erst Ende November 2018 nach einer Handgelenksoperation ins Geschehen zurückgekehrte Wiesberger.

Eines war für ihn klar: "Es wird ein cooler Tag morgen." Vor allem wenn er so endet wie bei den Ballantine's Championship Incheon 2012, Lyoness Open Atzenbrugg 2012, Open de France 2015, Shenzhen International 2017 sowie in Farsö im Mai mit einem Turniersieger Bernd Wiesberger.

Starker Straka

Beim John Deere Classic der PGA Tour in Silvis (Illinois) hat Sepp Straka am Samstag richtig aufgezeigt, er liegt auf Top-Ten-Kurs. Als einer von nur vier Spielern zauberte der gebürtige Wiener am Samstag (Ortszeit) eine 64er-Runde hin, blieb damit sieben Schläge unter Par und belegte nach Abschluss der dritten Runde den geteilten zwölften Platz.

Mit insgesamt 201 Schlägen fehlen dem 26-Jährigen vor dem Schlusstag vier auf das US-Führungsduo Cameron Tringale und Andrew Landry. (APA, 13.7.2019)

Golf, Europa-Tour, Scottish Open in North Berwick (7 Mio. Dollar, Par 71), Stand nach der dritten Runde:

1. Bernd Wiesberger (AUT) 193 Schläge (67+61+65), 2. Erik van Rooyen (RSA) 195 (64+64+67), 3. Nino Bertasio (ITA) 197 (63+67+67) und Romain Langasque (FRA) 197 (65+67+65), 5. Matt Wallace 198 (68+66+64), Lee Slattery (beide GBR) 198 (64+64+70), Jamie Donaldson (GBR) 198 (64+69+65), Lorenzo Gagli (ITA) 198 (68+63+67) und Adrian Otaegui (ESP) 198 (67+64+67)