Die europäische GPS-Alternative Galileo hat mit einem Totalausfall zu kämpfen.

Foto: AP Photo/ESA, P. Carril

Galileo, die europäische Alternative zu GPS, funktioniert derzeit nicht. Seit Freitag ist das Navigationssystem ausgefallen, teilt der Betreiber auf seiner Website mit.

Totalausfall

Die European GNSS Agency (GSA) hatte bereits am 11. Juli vor Störungen gewarnt. In einer am 13. Juli veröffentlichten Mitteilung wurde daraufhin bekanntgegeben, dass das System komplett ausgefallen sei. Die Signale der Navigationssatelliten könnten bis auf weiteres nicht verwendet werden.

Eine offizielle Stellungnahme zur Ursache für den Ausfall gibt es nicht. Allerdings berichtet "Inside GNSS", dass es zu Problemen bei einer Station in Italien gekommen sei. Die Verantwortlichen würden derzeit an der Wiederherstellung arbeiten.

Verspätet und teurer als geplant

Galileo hätte eigentlich 2008 in Vollbetrieb gehen sollen. Nach mehreren Verzögerungen wurde der Betrieb allerdings erst 2016 aufgenommen. 2020 sollen die letzten der insgesamt 30 Satelliten ins All gebracht werden. Auch ist das System wesentlich teurer geworden als geplant. Anstatt zwischen 2,2 bis 2,9 Milliarden Euro soll es nun 7,2 Milliarden kosten. Für den Betrieb kommen weitere 3 Milliarden hinzu. (red, 14.7.2019)