Donald Trump hat wieder getwittert.

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Washington – US-Präsident Donald Trump hat mehrere Demokratinnen im Kongress dazu aufgerufen, die USA zu verlassen und in ihre vermeintliche Heimat zurückzukehren. Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, es sei interessant zu beobachten, wie "progressive" Demokratinnen, die ursprünglich aus Ländern mit katastrophalen, korrupten und unfähigen Regierungen kämen, den USA erklärten, wie die Regierung zu funktioniere habe.

"Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie gekommen sind", so Trump. Der Präsident spottete, diese Orte brauchten den Rat dieser Frauen dringend, sie könnten gar nicht schnell genug aufbrechen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses – die Frontfrau der Demokraten, Nancy Pelosi – sei sicher gern bereit, die Reisepläne zu unterstützen, schob Trump hinterher.

Razzien

Er nannte keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine kleine Gruppe junger und aufstrebender demokratischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus an, die sich intensive Machtkämpfe mit Pelosi liefern. Dazu gehören Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ayanna Pressley und Ilhan Omar. Sie kommen zum Teil aus Einwandererfamilien, sind bis auf Omar, die in Somalia auf die Welt kam, aber in den USA geboren.

Trumps Attacke fiel auf den Tag, für den der Präsident großangelegte Razzien gegen Menschen ohne Aufenthaltspapiere in den USA angekündigt hatte.

Pelosi wies Trumps Äußerungen als "rassistisch" zurück. Sie zielten darauf ab, "unsere Nation zu spalten". Pelosi selbst hat ein angespanntes Verhältnis zu Ocasio-Cortez und den anderen Abgeordneten. Sie befürchtet, eine zu liberale Agenda könne die Chancen der Demokraten mindern, Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 zu besiegen.

Solidarität auf Twitter

Auf Twitter gab es in Reaktion auf Trumps Ausbruch eine Welle an Solidaritätsbekundungen. Der in Peru geborene Abgeordnete Jim Himes erklärte Trumps Ausfälle für Rassismus. Er selbst sei als Weißer nicht zur Zielscheibe geworden, so Himes.

Schriftsteller Shaun King nahm die republikanischen Abgeordneten in die Pflicht.

Auch die indirekt angesprochenen Politikerinnen reagierten auf Trumps Tweets.

So erklärte etwa Rashida Tlaib, solche Attacken würden sie nur noch anstacheln, noch stärker als bisher gegen Korruption anzukämpfen.

Alexandra Ortasia-Cortez sagte, Trump sei auf eine verängstigte Bevölkerung angewiesen, um die USA plündern zu können. (red, APA, 15.7.2019)