Ein mit Ebola infizierter Mann und 18 weitere, die sich mit ihm im Bus nach Goma befanden, werden laut Behörden rasch geimpft.

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Genf/Kinshasa – Nach dem ersten Ebola-Fall in der Millionenstadt Goma im Kongo prüft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut, ob eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen werden muss. Er werde so schnell wie möglich den dafür nötigen Expertenausschuss einberufen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Ebola-Konferenz in Genf.

Ein Mann sei Sonntagfrüh in einem Bus aus der Stadt Butembo in der Provinz Nord-Kivu in Goma eingetroffen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Ein Ebola-Test sei positiv ausgefallen. Der Mann hatte demnach vor knapp einer Woche erste Symptome einer Infektion.

Das Risiko einer Ausbreitung der tödlichen Krankheit in Goma sei aber gering, erklärte das Ministerium. Der Mann und die 18 anderen Passagiere des Busses seien "schnell identifiziert" worden. Die Passagiere und der Busfahrer würden nun gegen Ebola geimpft. Das ostkongolesische Goma mit rund einer Million Einwohnern ist bisher die größte Stadt des Landes, in der ein Ebola-Fall registriert wurde.

Situation laut Behörden unter Kontrolle

"Die Situation ist unter Kontrolle", versicherte Kongos Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga in Genf. "Der Betroffene ist schnell identifiziert und isoliert worden, die Impfung derjenigen, die mit ihm in Kontakt waren, ist im Gange. Wir waren auf so einen Fall vorbereitet." WHO-Direktor Tedros sagte: "Wir sind zuversichtlich, dass die getroffenen Maßnahmen greifen und hoffen, dass es keine weitere Ansteckung in Goma gibt."

Seit dem Ausbruch vor einem Jahr sind im Kongo fast 2.500 Menschen erkrankt und mehr als 1.660 ums Leben gekommen. Es werde kaum gelingen, den Ausbruch zu beenden, wenn nicht mehr Mittel zur Verfügung gestellt würden, warnte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die WHO hatte den Bedarf für die Zeit von Februar bis Juli 2019 auf knapp 100 Millionen Dollar (88 Millionen Euro) geschätzt. Davon war nach WHO-Angaben bis Anfang Juli aber nur die Hälfte zusammengekommen. (APA, red, 15.7.2019)