Diese Aufnahme stammt von einem Prozesstag im Februar 2019 am Grazer Landesgericht.

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Graz – Nach dem Urteil im Fall des steirischen Arztes Eduard Lopatka haben sowohl Staatsanwalt als auch Verteidigung Berufung angekündigt. Der Angeklagte war am Donnerstag nach einem längeren Verfahren zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 1.920 Euro verurteilt worden. Es war bereits die zweite Auflage des Prozesses, im ersten war der Mediziner freigesprochen worden.

Der Richter sprach Lopatka in einigen, aber nicht in allen Punkten schuldig. Die für viele unverständlich niedrige Geldstrafe setzte sich aus 480 Tagsätzen zu je vier Euro zusammen. Der Tagsatz ergibt sich aus dem Einkommen, und da der Angeklagte derzeit Notstandshilfe bezieht, konnte kein höherer Satz angenommen werden. Zusätzlich muss der Beschuldigte jedem seiner vier Kinder 1.000 Euro zahlen.

Die Staatsanwaltschaft wird ihrem Sprecher Hansjörg Bacher volle Berufung anmelden, ebenso die Verteidigung. Lopatkas Anwältin Klaudia Reißner meinte zur APA: "Wir haben eigentlich gehofft, dass jetzt einmal Ruhe ist." Nun ist allerdings das Oberlandesgericht am Zug. Dort wird entschieden, ob die Strafe passt, hinauf- oder hinabgesetzt wird oder ob das Verfahren noch einmal durchgeführt werden muss. (APA, 15.7.2019)