Müller wurde 1998 unter Schröder zum Wirtschaftsminister ernannt.

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Düsseldorf – Der deutsche Bergbaumanager und und frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ist tot. Der ehemalige Vorsitzende der RAG-Stiftung sei nach schwerer Krankheit in der Nacht zum Dienstag im Alter von 73 Jahren in Essen verstorben, teilten Evonik, die RAG-Stiftung und die RAG in einer gemeinsamen Erklärung mit. "Wir zollen Werner Müller für seine Lebensleistung höchsten Respekt. Als Gründungvater der RAG-Stiftung hat er das Schicksal tausender Bergleute sowie der Bergbauregionen maßgeblich zum Guten gelenkt. Wir werden ihn als großen Denker und als Menschen sehr vermissen", sagte Bernd Tönjes, der Müller als Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung und als Aufsichtsratsvorsitzender von deren börsennotierter Beteiligung Evonik nachgefolgt war.

Erst im vergangenen Jahr hatte Müller krankheitsbedingt alle seine Ämter niedergelegt. Er hatte damals noch den Vorsitz der RAG-Stiftung und des Aufsichtsrats des Spezialchemiekonzerns Evonik inne. Die Stiftung ist Ankeraktionär von Evonik und soll für Folgekosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland aufkommen. Dazu greift sie auch auf Dividenden des Essener Konzerns zurück – und hat den Evonik-Mehrheitsanteil in der Hinterhand. Müller hatte das Stiftungsmodell entwickelt, mit dem er auch die Folgen des Ausstiegs au dem Steinkohle-Bergbaus für die Kohle-Kumpel abfederte.

Parteiloser Minister

Der 1946 in Essen geborene Müller hatte sich nach dem Studium der Volkswirtschaft, Philosophie und Sprachwissenschaft ab 1973 erste Sporen beim Energieriesen RWE verdient. Danach wechselte er zur Veba, die 2000 im Versorger E.ON aufging. Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wurde der parteilose Müller 1998 Wirtschaftsminister. 2003 wechselte Müller auf den Chefsessel der von der Kohle geprägten RAG. Müller formte ein gewinnträchtiges Unternehmen mit den Säulen Chemie, Energie und Immobilien, dessen Wert stieg. Schließlich kamen die auf die Chemie konzentrierten Geschäfte unter dem neuen Namen Evonik an die Börse. Ende 2012 wurde Müller Chef der Stiftung, damals rückte er auch an der Spitze des Evonik-Aufsichtsrats. (Reuters, 16.7.2019)