"Schwarzer Tag": Proteste in Pakistan gegen Zensur.

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Islamabad – In Pakistan haben Journalisten am Dienstag in mehreren Städten des Landes gegen Einschränkungen der Pressefreiheit und Stellenstreichungen protestiert. Die Teilnehmer riefen einen "Schwarzen Tag" aus und demonstrierten mit Schildern, die Medienzensur und Hassreden in sozialen Medien anprangerten und auf finanzielle Engpässe bei Medienhäusern aufmerksam machen sollten.

Hasskampagnen

"Wir haben eine Bewegung für die Rechte von Journalisten ins Leben gerufen", sagte der Präsident des pakistanischen Journalistenverbandes (PFUJ), Afzal Butt, der Deutschen Presse-Agentur. Butt zufolge haben in den vergangenen acht Monaten rund 5.000 Journalisten in Pakistan ihre Jobs verloren. Medien seien einer "offiziell nicht deklarierten Zensur" und Journalisten Online-Drohungen ausgesetzt. Zuletzt wurden Medienschaffende Anfang Juli durch eine nationalistische Hasskampagne auf Twitter angegriffen. Dabei wurden Bilder von Journalisten verbreitet, die angeblich "pro-indisch" und "anti-pakistanisch" seien.

Laut einem Bericht des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) ist es um die Pressefreiheit in Pakistan zunehmend schlecht bestellt. Das mächtige Militär des Landes schränke die Berichterstattung leise, aber effektiv ein, indem es Zugänge zu Informationen beschränke und Selbstzensur durch Einschüchterungen fördere. Journalisten, die sich dagegen wehrten oder den Behörden gegenüber offen kritisch seien, würden attackiert, bedroht oder eingesperrt. (APA, 16.7.2019)