Szene aus "Cool Runnings": Doug E. Doug, Malik Yoba, Rawle D. Lewis, John Candy (Trainer) und Leon.

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Erst wurden sie milde belächelt, dann mit herzlichem Applaus bedacht. Als das jamaikanische Viererbob-Team bei Olympia 1988 in Calgary den Schlitten nach einem Sturz auf den letzten Metern durch den Eiskanal schob, wurde es förmlich von den enthusiasmierten Zuschauern ins Ziel getragen. Beteiligt an diesem Wintersportmärchen war ein gewisser Josef "Pepi" Haidacher, langjähriger Leiter der Bobschule in Innsbruck/Igls, der vergangene Woche im Alter von 78 Jahren verstarb und am Mittwoch in Voldöpp im Inntal beigesetzt wird.

Für viele Athleten war der "Pate des jamaikanischen Bobsports" die Schlüsselfigur für den Start einer Karriere als Bob-Pilot. Und so auch für das Team Jamaika, das er nach dem Kennenlernen 1987 zwei Jahre später als Trainer übernahm. Bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajewo war Haidacher Team-Kapitän der österreichischen Bob-Mannschaft, später trainierte er das Team aus Taiwan.

Haidacher wurde wegen seines Fachwissens, seiner Leidenschaft für den Sport und wegen der Fähigkeit, junge Talente für den Sport zu ermutigen, sehr geschätzt. "Sein Gespür und Gefühl, seine Sorgfalt und seine Geduld bei der Leitung der Europacup-Serie haben unsere jungen Athleten auf ihre Karriere vorbereitet", sagte Ivo Ferriani, der Präsident des internationalen Bob- und Skeletonverbandes IBSF.

Der legendäre Auftritt der jamaikanischen Athleten in Calgary war Basis für den 1993 angelaufenen Streifen von Regisseur Jon Turteltaub, "Cool Runnings". (red, 16.7.2019)