Nach dem Hackerangriff in Sofia ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

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In Bulgarien ist ein 20-jähriger Verdächtiger für einen Hackerangriff mit Millionen betroffenen Menschen festgenommen worden. Der Bulgare sei bei einer Firma für Cybersicherheit in Sofia beschäftigt, sagte Jawor Kolew, der im Innenministerium für die Bekämpfung der Cyberkriminalität zuständig ist, bulgarischen Medien am Mittwoch.

Bei dem offiziell bestätigten Hackerangriff auf die Steuerbehörde NAP des EU-Landes waren persönliche Daten, Steuererklärungen und Angaben über Pensionsbeiträge von mehr als fünf Millionen Bulgaren, Ausländern und Unternehmen entwendet worden – das südosteuropäische Land hat knapp sieben Millionen Einwohner.

Jahrelange Haftstrafe droht

Die Staatsanwaltschaft in Sofia warf dem 20-Jährigen aus Plowdiw ein Verbrechen gegen ein Informationssystem vor, das Teil einer Infrastruktur von kritischer Bedeutung sei. Dem IT-Spezialisten drohen zwischen fünf und acht Jahre Haft. Er war an seinem Arbeitsplatz am Dienstag festgenommen worden. Dort und in seiner Wohnung wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Computertechnik und Datenträger sichergestellt, die auf den Hackerangriff auf die zentrale Steuerbehörde hinweisen.

IT-Kompetenz gelobt

Trotz seiner Verärgerung über das massive Datenleck lobte Ministerpräsident Boiko Borissow die IT-Kompetenz des Tatverdächtigen, indem er ihn als "Zauberer" bezeichnete. Es sei sehr wichtig, es möglich zu machen, dass solche Spezialisten für eine Tätigkeit zugunsten des Staates einbezogen würden, sagte Borissow während einer Regierungssitzung nach einem Bericht des Staatsfernsehens.

Ein Bekennerschreiben eines angeblichen russischen Hackers vom Dienstag dürfte nach Ansicht von Experten nicht im Zusammenhang mit dem Hackerangriff stehen. (APA, 17.7.2019)