Onkologische Rehaprogramme können die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Foto: Werner Harrer _ Fotograf

Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt stellt sich für viele Krebspatientinnen und -Patienten die Frage, wie es von nun an weitergehen soll. Die Fülle an verschiedensten Therapien, Tipps und Mythen zur Krebsnachsorge ist groß. Welche von ihnen wirklich helfen, ist aber nicht immer so einfach herauszufinden. Um den Betroffenen durch diese schwierige Zeit zu helfen, hat die Krebsakademie des Ordensklinikums Linz die Onlineplattform selbertun.at ins Leben gerufen.

Von Informationen über Reha-Angebote und Hilfe beim Wiedereinstieg ins Berufsleben über Tipps für Angehörige bis hin zu Warnungen vor unseriösen Heilversprechen – die Website bietet Informationen über unterschiedlichste Bereiche der Krebsnachsorge.

Seriöse Nachsorge

"Unser Ziel ist, den Krebspatienten ein hochwertiges und leistbares Nachsorgeangebot zu bieten, das die medizinische Versorgung im niedergelassenen Bereich sowie die onkologische Rehabilitation perfekt ergänzt", erklärt Sigrid Miksch, Leiterin des Zuweiserbeziehungsmanagements und der Krebsakademie am Ordensklinikum Linz.

Oft wenden sich Betroffene an dubiose Heilpraktiker, die ihnen kostspielige und zum Teil gefährliche Behandlungen empfehlen. Um die Patientinnen und Patienten vor solchen Situationen zu schützen, versuchen die Betreiber der Onlineplattform, auf ein ganzheitliches Konzept zu setzen, bei dem ausschließlich diejenigen alternativen Therapiemethoden vorgestellt werden, die den Patienten wirklich weiterhelfen und sie nicht gefährden.

"Erfahrungsgemäß suchen viele Betroffene einen Gegenpol zu den häufig als 'passiv' empfundenen onkologischen Therapien. Aus diesem Grund positioniert sich selbertun.at auch als erste Anlaufstelle für die seriöse ganzheitliche Nachsorge bei Krebs", so Miksch.

Das Expertenteam

Selbertun.at wird von einem großen Netzwerk an Experten aus verschiedenen Fachgebieten betreut. So ist es möglich, die Bereiche der Ernährung, Psychologie, Pflege, Bewegung, Komplementärmedizin, Kreativ- und Körpertherapie sowie Rehabilitation, Beratung und Selbsthilfe miteinander zu verknüpfen.

Angebote der Komplementärmedizin sind bei europäischen Krebspatienten sehr beliebt, nicht immer werden diese zusätzlichen Therapien aber auch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen. Das soll bei den alternativen Behandlungsstrategien auf der Website anders gehandhabt werden – die behandelnden Onkologen werden eng in den Prozess miteinbezogen.

"Nur jeder zehnte Krebspatient, der bislang komplementärmedizinische Leistungen in Anspruch genommen hat, informierte auch seinen Onkologen darüber. Dies kann in Einzelfällen zu gefährlichen Interaktionen führen, die wir mit unserem Angebot gezielt verhindern möchten", erklärt Miksch.

Optimale Bewältigung

Am Ordensklinikum Linz zeigt man sich begeistert von der Idee, die Betroffenen direkt über die verschiedenen Aspekte der Krebsnachsorge aufzuklären und die Patientenversorgung somit weiter zu optimieren.

"Wir wissen, dass eine gute Tumornachsorge nicht mit Beendigung der medizinischen Behandlung endet. Selbertun.at fördert die Selbstständigkeit des Patienten in dieser Phase und unterstützt so die optimale Bewältigung der Tumorerkrankung und damit die Genesung. Das Angebot auf www.selbertun.at ist dabei so vielfältig wie die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten in dieser Phase. Wir sind überzeugt, dass Patienten auf der Website auf eine besonders gut zugängliche Art ein gut zu ihnen passendes Angebot finden", sagt Ansgar Weltermann, Leiter der Tumorzentren am Ordensklinikum Linz. (red, 23.7.2019)