Chinas Wirtschaftswachstum war zuletzt so schwach wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

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Peking – Chinas Schuldenberg wird immer höher. Die Verbindlichkeiten von Staat, Unternehmen und privaten Haushalten summierten sich im ersten Quartal auf zusammen 303 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Institute of International Finance (IIF) hervor. Ein Jahr zuvor seien es 297 Prozent gewesen.

Die Schulden summierten sich auf mehr als 40 Billionen Dollar (35,7 Billionen Euro), was etwa 15 Prozent der weltweiten Verbindlichkeiten entspreche, berichtete die globale Vereinigung von Finanzinstituten mit Sitz in Washington.

Kampf gegen Preisblasen

Ökonomen warnen immer wieder vor einem explosiven Gemisch aus hoher Verschuldung und Preisblasen am Immobilienmarkt, an dem sich die nächste große Krise entzünden könnte. China betont dagegen, dass die Schuldenrisiken insgesamt überschaubar seien. Es hat in der Vergangenheit verschiedene Schritte unternommen, um die Verschuldung einzudämmen – etwa indem man gegen Schattenbankkredite an kleinere Unternehmen vorging.

Wegen der abkühlenden Konjunktur versucht die chinesische Regierung derzeit aber die Kreditvergabe wieder anzuregen. "Bemerkenswert ist, dass die Emission von Anleihen eine große Belebung der Kreditaufnahme durch Provinz- und Kommunalverwaltungen und Banken in diesem Jahr nahelegt", erklärt das IIF.

Chinas Wirtschaftswachstum war im zweiten Quartal mit 6,2 Prozent so schwach wie seit 27 Jahren nicht mehr, da die Nachfrage im In- und Ausland angesichts des Handelsstreits mit den USA nachließ. Um Investitionen anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern, hat die Regierung Banken ermutigt, mehr Kredite zu vergeben, insbesondere an kleine Unternehmen. Sie hat auch Steuersenkungen und Infrastrukturausgaben im Volumen von mehreren Milliarden Dollar angekündigt. (APA, Reuters, 18.7.2019)